Neue Rubrik: Bücherschau – Aktuelle Grundlagenliteratur zur Medienethik

Welche Bücher helfen, die rasanten Entwicklungen der digitalen Welt besser zu verstehen – und einzuordnen? Mit unserer neuen Rubrik Bücherschau“ auf unserer Internetseite möchten wir hier Orientierung geben: Wir stellen aktuelle Einführungen und Überblickswerke der Medienethik vor und laden dazu ein, sich mit grundlegenden Fragen und Perspektiven vertraut zu machen.

Ausgangspunkt ist dabei auch eine bemerkenswerte Entwicklung: In jüngerer Zeit sind zahlreiche neue Einführungen und Überblickswerke zur Medienethik erschienen oder angekündigt. Die Rubrik greift diese Dynamik auf und möchte eine erste Orientierung in diesem wachsenden Feld bieten, die auch von der zunehmenden Relevanz des Fachbereichs zeugt.

Die Besonderheit: Autor:innen und Herausgeber:innen kommen selbst zu Wort. In kurzen Interviews geben sie Einblicke in ihre Bücher, erläutern zentrale Gedanken und zeigen, welche Fragen sie antreiben. So entsteht ein Zugang, der über reine Zusammenfassungen oder klassische Rezensionen hinausgeht.

Cover: Dagmar Fenner: Digitale EthikDen Auftakt macht Dagmar Fenner mit ihrem Buch Digitale Ethik. Im Gespräch wird schnell deutlich, wie verkürzt viele aktuelle Debatten verlaufen – oft schwankend zwischen Technikbegeisterung und Ohnmachtsgefühlen gegenüber der digitalen Entwicklung. Fenner plädiert für eine differenzierte Perspektive und rückt die Frage in den Mittelpunkt, was wir im Zuge der Digitalisierung als spezifisch menschlich bewahren wollen.

Ihr Buch zeigt: Der digitale Wandel ist nicht nur eine technische, sondern vor allem eine kulturelle und ethische Herausforderung. Wer sich darauf einlässt, gewinnt nicht nur ein besseres Verständnis, sondern auch mehr Sicherheit im eigenen Urteil.

Unsere Leseempfehlungen verstehen sich als kuratierter Einstieg – und als Einladung, weiterzulesen, weiterzudenken und vielleicht auch ein wenig weiterzuschmökern. Weitere Beiträge werden in den kommenden Wochen und Monaten folgen.

„Sicherheit & Information“ Thema der Communicatio Socialis Heft 1/2026

Fühlen Sie sich sicher? Sicherheit umfasst viele Dimensionen – von Frieden und finanzieller Stabilität bis zur Datensicherheit – und ist angesichts aktueller politischer und gesellschaftlicher Debatten so relevant wie nie. Beispiele wie Wehrdienstreformen, Diskussionen um Social Media oder Bedrohungen für Journalist:innen zeigen die Vielschichtigkeit des Themas.

Die neue Ausgabe von Communicatio Socialis widmet sich „Sicherheit & Information“ aus unterschiedlichen Perspektiven. Christina Holtz-Bacha eröffnet mit einem Beitrag zu journalistischem Arbeiten unter Druck und Entwicklungen der Pressefreiheit in den USA und der EU. Daran anknüpfend untersuchen Volker Lilienthal, Viviane Schönbächler und Jannis Frech medienethische Standards bei Cyberangriffen und Überwachung, insbesondere den Quellenschutz. Melanie Verhovnik-Heinze und Liane Rothenberger beleuchten sicherheitssensible Kontexte journalistischer Kommunikation, während Hektor Haarkötter und Mariana Ochoa-Moreno medienethische Leerstellen und „digitale Naivität“ thematisieren. Anna Sophie Kuschezki analysiert Maßnahmen gegen digitale Gewalt an Journalistinnen. Marlis Prinzing geht der Verantwortung im Journalismus und im Umgang mit Belastungen nach, gestützt auf Interviews mit Journalist:innen und Psycholog:innen. Birgit Stöber schließt den Schwerpunkt mit einem Blick auf die Inszenierung von Sicherheit im hybriden Mediensystem am Beispiel Grönlands.

Ergänzend erläutert Lars Rademacher zentrale Dimensionen von Public Relations, Markus Beckedahl schreibt über „Jenseits der Plattformlogik. Wege zu demokratischen digitalen Öffentlichkeiten“ ( (frei abrufbar in der Online-Bibliothek). Weitere Beiträge stammen von Felix Krebber (strategische Geschichtskommunikation), Ingrid Stapf und Jana Hecktor (Digital Wellbeing von Kindern) sowie Michael Jäckel (Religion, Vernunft und das Allumfassende); hinzu kommt zum Schluss die Literaturrundschau. Ab sofort sind die einzelnen Artikel online verfügbar (Paywall, über Uni-Bibliotheken gewöhnlich verfügbar).
Selbstverständlich erscheint die Ausgabe, wie gewohnt, auch in gedruckter Form.