Online-Talk by Charles Ess: “Virtues, Robots and Good Lives: Who Cares?”

On May 13th 2021, 18:00 CET Charles Ess (professor emeritus at the University of Oslo) will give an Online-Talk on “Virtues, Robots and Good Lives: Who Cares?”.

Please register for the event via: https://uni-tuebingen.de/de/209917

 

Abstract

A good deal of the ethical considerations regarding our possible lives with robots draws from various forms of virtue ethics. As a first catalyst, I briefly recall my initial discussion in these directions – namely, an evalu-ation of sex with robots via the feminist-phenomenological lens of Sara Ruddick (1975).

Such an approach, however, presumes a philosophical anthropology – including some form of hu-manism. There have been some important lessons regarding “decentering the human” over the past several decades, however, including feminist, postmodernist, postcolonial, and decolonial critiques. This decentering has unquestionably vital ethical, social, and political benefits – most broadly, in my view, as it undermines several dualisms that undergird modernist humanism, e.g., mind/body, male/female, human/technology/na-ture, and so on. In doing so, these shifts entail vitally important moves towards more ecological and holistic understandings of human selves as relational beings inextricably interwoven with human and non-human “Others.” This decentering turn towards non-dualistic ontologies and metaphysics issues in an affirmation of the foundational goodness of all about us.

At the same time, it entails more positive affirmations of robots (along with other technologies) and thereby alternative evaluations of their moral status and our possible ethical duties and relationships with them. To head in these directions encompasses three central elements. First of all, in order to preserve and enhance democratic rights and norms of equality, emancipation, and disobedience, central elements of the modern human must be preserved in a posthumanist philosophical anthropology (Ess 2021). Secondly, recent explorations of a “more than human” ethics of care (Tronto 1993, Puig de la Bellacasa 2012, 2017, Mörtberg 2021) expand notions of human-centric care (and virtue) ethics to encompass these larger domains of robots, technologies, and the larger natural (and, for some, “supernatural”) worlds. This approach means more broadly a posture of “repairment” that, finally, resonates with several other philosophical and religious frameworks emphasing human responsibilities to a larger “material” / created order. All of these, in turn, not only have multiple implications for how we may eventually engage with robots and technologies more broadly – but with the larger ecological orders and the all but certain catastrophic crises now bearing down on us and the planet.

References

Ess, Charles. 2021. Towards an Existential and Emancipatory Ethic of Technology, in: Shannon Vallor (ed.), Oxford Handbook of Philosophy and Technology. Online Publication Date: Jan 2021 DOI: 10.1093/ox-fordhb/9780190851187.013.35
Mörtberg, Christina. 2021. Thinking-with Care: Transition from Recovery to Repairment. Keynote lecture, IFIP WG9.8 Workshop, “Work, Place, Mobility and Embodiment: «Recovery» or Repairment in a Covid and Eventually Post-Covid World?. April 16, Linköping, Sweden.
Puig de la Bellacasa, María. 2012. “‘Nothing Comes Without Its World’: Thinking with Care.” The Sociological Review 60 (2):197–216. doi: 10.1111/j.1467-954X.2012.02070.x.
Puig de la Bellacasa, María. 2017. Matters of care: speculative ethics in more than human worlds. Minneap-olis: University of Minnesota Press)
Ruddick, Sara. 1975. Better Sex. In Philosophy and Sex, edited by Robert Baker and Frederick Elliston, 280–299. Amherst, NY: Prometheus Books.
Tronto, Joan C. (1993). Moral boundaries: a political argument for an ethic of care. London: Routledge.

Call for Papers: „Wissen kommunizieren“ Jahrestagung DGPuK-Fachgruppe Medienethik 2022

Die DGPuK-Fachgruppe „Kommunikations- und Medienethik“ führt vom 17. bis 18. Februar ihre Jahrestagung zum Thema „Wissen kommunizieren – Ethische Anforderungen an die Kommunikation zwischen Wissenschaft und Gesellschaft“ an der Hochschule für Philosophie in München durch. Mit dem nun erschienenen Call for Papers lädt das Veranstaltungsteam Kolleg*innen aus der Wissenschaft ebenso wie Kommunikationsexpert*innen aus der Praxis herzlich ein, sich mit Beiträgen an der Tagung zu beteiligen.

Wissenschaftskommunikation entfaltet sich seit jeher im Spannungsfeld zwischen dem Partizipationswunsch der breiten Masse und dem Anliegen, eine angemessene Komplexität zu bewahren. Angesichts der Erfahrungen der vergangenen Monate stellt sich von neuem die drängende Frage, wie ein solcher Austausch zwischen Fachwelt und Publikum gelingen kann. Wie und von wem wird bzw. sollte Wissen an die Öffentlichkeit kommuniziert werden?

Exemplarische Fragestellungen, die bei der Tagung behandelt werden sollen, betreffen die folgenden Themenfelder:

Normative Grundlegung

  • Welche Ansätze der philosophischen Ethik können für die Analyse und Bewertung fruchtbar gemacht werden?
  • Welche Implikationen ergeben sich aus Gerechtigkeitstheorien und diskursethischen, tugendethischen oder konsequentialistischen Ansätzen?
  • Welche Leitlinien sind in der Wissenschaftskommunikation zu berücksichtigen und welche Herausforderungen knüpfen sich daran an?
  • Wie lässt sich die Forderung nach Dialog und Partizipation begründen?
  • Wie lassen sich die Rollen bzw. Funktionen von Wissenschaftsjournalismus und Wissenschafts-PR begründen und differenzieren?

Akteur*innen und ihr Selbstverständnis

  • Was für verschiedene Interessensgruppen gibt es und wie unterscheiden sie sich?
  • Inwiefern partizipieren legitime Interessensvertreter an der Wissenschaftskommunikation?
  • Wie kann der Diskurs im Internet mit seinen Begleiterscheinungen gefasst werden und was für Kriterien müsste ein solcher Diskurs haben?
  • Was bräuchte es zur Ausbildung qualifizierter Akteure?

Beteiligung, Zielsetzungen und Ergebnisse

  • Welche Politikfelder sind im Rahmen der Wissenschaftskommunikation relevant und müssten öffentlich ausgetragen werden?
  • Wer entscheidet welche Wissenschaftsdisziplin beteiligt sein sollte?
  • Worauf muss bei Krisenkommunikation geachtet werden?
  • Welchen Stellenwert nehmen Verschwörungserzählungen und sogenannte „Fake News“ in Debatten zur Wissenschaftskommunikation ein?
  • Was sind Grundsätze der Wissenskommunikation?
  • Welche Ziele verfolgen Akteure und wie lassen sich diese beurteilen?
  • Was wären Folgen von fehlgeleiteter Wissenskommunikation? Was für Beispiele für eine solche gibt es?

Empirisch orientierte Beiträge sind explizit auch willkommen, solange sie eine hinreichende Relevanz für medienethische Fragestellung herausstellen können.

Informationen zu Prozedere, Review und Einreichungsschluss

Hier finden sie den detaillierten Call: Call Medienethik 2022

Bis zum 1. Oktober 2021 können aussagekräftige Abstracts mit einem Umfang von 4.000-6.000 Zeichen an die folgenden Adressen erbeten:

Dabei sind die Einsendungen durch das Entfernen von Autor und den Autor identifizierenden Angaben zu anonymisieren. Das Reviewverfahren wird als qualitatives Feedbackverfahren von Mitgliedern der Fachgruppe und dem Organisationsteam durchgeführt. Es ist auch die Einreichung eines Panels möglich. Erbeten wird dafür ein Extended Abstract (zwischen 4.000 und 6.000 Zeichen), der Titel sowie die Namen der Verantwortlichen und der Referent*innen.

Im November 2021 werden die Ergebnisse bekanntgegeben. Ein Band zur Jahrestagung ist geplant, wobei ein Beitrag auf der Tagung jedoch nicht automatisch zur Aufnahme in den Band führt.