Neuer Band in der Reihe Kommunikations- und Medienethik zu Medien und Sprache erschienen

Der 24. Band in der Nomos-Reihe „Medien- und Kommunikationsethik“ mit dem Titel „Zwischen Hassrede, Framing und generativer Künstlicher Intelligenz“ bündelt ethische Perspektiven auf das komplexe Themenfeld von Sprache und Medien. Ausgangspunkt ist, dass öffentliche Kommunikation einerseits wesentlich für moralische Aushandlungsprozesse und demokratische Verständigung ist und dabei andererseits die Art des Sprachgebrauchs selbst zu einem zentralen Gegenstand moralischer und politischer Konflikte geworden ist. Der Band zeigt die aktuellen Diskurse um den Sprachgebrauch aus medienethischer Perspektive. Auf der Grundlage von empirischen Studien und medienethischer Theorie werden sprachbezogene Konflikte, digitale Kommunikationspraktiken und KI-gestützte Informationsprozesse in ihren gesellschaftlichen Folgen sichtbar gemacht, um Orientierung für eine demokratische Kommunikationskultur zu entwickeln.
Basierend auf der Jahrestagung der DGPuK-Fachgruppe Kommunikations- und Medienethik mit dem Netzwerk Medienethik, der Akademie für Politische Bildung in Tutzing, dem zem::dg und der Hochschule Darmstadt im Februar 2025 fundiert der Band in drei Teilen (Teil I: Umstrittene Sprache: Hate Speech und Genderdiskurse, Teil II: Automatisierte Sprache: Potenziale und Risiken Künstlicher Intelligenz, Teil III: Öffentliche Sprache: Ethische Perspektiven auf demokratische Debattenkultur) neue systematische und angewandte Grundlagen in der Medienethik und öffnet Perspektiven für medienethische Diskurse mit Blick auf Fragen der Sprache und KI.
 
Der Band ist open access publiziert und kann daher auch kostenfrei als E-Book heruntergeladen werden.
 
Das Herausgeberinnenteam dankt allen Autor*innen, die zum Band beigetragen haben, dem Nomos-Verlag, sowie der Fachgruppe Kommunikations- und Medienethik für die Unterstützung.
Ingrid Stapf, Jessica Heesen und Laura Martena

Neu in unserer Bücherschau: Der neue Gott

Was passiert, wenn Künstliche Intelligenz nicht nur als Werkzeug verstanden wird, sondern Menschen ihr Sinn, Orientierung und beinahe religiöse Bedeutung zuschreiben?

Mit Der neue Gott. Künstliche Intelligenz und die menschliche Sinnsuche legt Claudia Paganini einen Essay vor, der an der Schnittstelle von Technik, Religion und Ethik eine ebenso provokante wie nachdenkliche Frage stellt: Wird KI im digitalen Zeitalter zu einer neuen Projektionsfläche für menschliche Hoffnungen, Bedürfnisse und Sinnsuche?

In unserer Bücherschau macht Paganini im Interview deutlich, dass es ihr in ihrem Essay nicht darum geht, KI tatsächlich als Gott zu behaupten oder ihre Verehrung zu empfehlen. Vielmehr beschreibt sie religiöse und spirituelle Zuschreibungsprozesse – und fragt danach, warum Menschen zu unterschiedlichen Zeiten sehr unterschiedliche Wege finden, um mit den Herausforderungen des Lebens umzugehen.

Das Buch lädt damit zu einer differenzierten Auseinandersetzung ein: jenseits vorschneller Abwertung, aber auch ohne naive Technikverehrung. Oder zugespitzt: Es geht nicht darum, KI anzubeten – sondern darum besser zu verstehen, warum manche Menschen genau hier suchen.

Neugierig geworden? Dann lohnt sich ein Blick in die ausführliche Buchvorstellung.