Neu in unserer Bücherschau: Ethik der öffentlichen Kommunikation

Wie lassen sich Journalismus, Public Relations, Werbung – und digitale Alltagskommunikation – ethisch einordnen, ohne in einfache Schwarz-Weiß-Bilder zu verfallen?

Mit Ethik der öffentlichen Kommunikation legen Barbara Thomaß, Günter Bentele, Nils S. Borchers, Beatrice Dernbach und Jessica Heesen eine fundierte Einführung vor, die genau hier ansetzt: Sie verbindet kommunikationswissenschaftliche Perspektiven mit normativer Reflexion und richtet den Blick zugleich auf berufliche Praxis wie auf die öffentliche Kommunikation im Digitalen.

Im Interview mit Barbara Thomaß und Günter Bentele wird schnell deutlich, worum es den Autor:innen geht: um eine differenzierte Auseinandersetzung jenseits gängiger Klischees – und um die Einsicht, dass Ethik eine zentrale Voraussetzung für die Legitimität öffentlicher Kommunikation ist. Oder zugespitzt: Vorsicht vor Vereinfachungen!

Neugierig geworden? Dann lohnt sich ein Blick in die ausführliche Buchvorstellung.

„Sicherheit & Information“ Thema der Communicatio Socialis Heft 1/2026

Fühlen Sie sich sicher? Sicherheit umfasst viele Dimensionen – von Frieden und finanzieller Stabilität bis zur Datensicherheit – und ist angesichts aktueller politischer und gesellschaftlicher Debatten so relevant wie nie. Beispiele wie Wehrdienstreformen, Diskussionen um Social Media oder Bedrohungen für Journalist:innen zeigen die Vielschichtigkeit des Themas.

Die neue Ausgabe von Communicatio Socialis widmet sich „Sicherheit & Information“ aus unterschiedlichen Perspektiven. Christina Holtz-Bacha eröffnet mit einem Beitrag zu journalistischem Arbeiten unter Druck und Entwicklungen der Pressefreiheit in den USA und der EU. Daran anknüpfend untersuchen Volker Lilienthal, Viviane Schönbächler und Jannis Frech medienethische Standards bei Cyberangriffen und Überwachung, insbesondere den Quellenschutz. Melanie Verhovnik-Heinze und Liane Rothenberger beleuchten sicherheitssensible Kontexte journalistischer Kommunikation, während Hektor Haarkötter und Mariana Ochoa-Moreno medienethische Leerstellen und „digitale Naivität“ thematisieren. Anna Sophie Kuschezki analysiert Maßnahmen gegen digitale Gewalt an Journalistinnen. Marlis Prinzing geht der Verantwortung im Journalismus und im Umgang mit Belastungen nach, gestützt auf Interviews mit Journalist:innen und Psycholog:innen. Birgit Stöber schließt den Schwerpunkt mit einem Blick auf die Inszenierung von Sicherheit im hybriden Mediensystem am Beispiel Grönlands.

Ergänzend erläutert Lars Rademacher zentrale Dimensionen von Public Relations, Markus Beckedahl schreibt über „Jenseits der Plattformlogik. Wege zu demokratischen digitalen Öffentlichkeiten“ ( (frei abrufbar in der Online-Bibliothek). Weitere Beiträge stammen von Felix Krebber (strategische Geschichtskommunikation), Ingrid Stapf und Jana Hecktor (Digital Wellbeing von Kindern) sowie Michael Jäckel (Religion, Vernunft und das Allumfassende); hinzu kommt zum Schluss die Literaturrundschau. Ab sofort sind die einzelnen Artikel online verfügbar (Paywall, über Uni-Bibliotheken gewöhnlich verfügbar).
Selbstverständlich erscheint die Ausgabe, wie gewohnt, auch in gedruckter Form.