Neuerscheinung: Grundbegriffe der Medienethik

Das neue Standardwerk „Grundbegriffe der Medienethik“ (utb, 2026) erschließt zentrale Begriffe der Medienethik erstmals in systematischer Form und verortet sie in ihren jeweiligen fachlichen und gesellschaftlichen Zusammenhängen. Es bietet einen fundierten, zugleich gut verständlichen und praxisorientierten Zugang zu einem vielschichtigen Themenfeld.

Das Buch versammelt auf 442 Seiten 48 zentrale Begriffe – von Ethik und Moral über Wahrheit, Gerechtigkeit und Verantwortung bis hin zu Digitalisierung, KI, Populismus oder Transparenz – und verbindet systematische Klärung mit medienpraktischer Perspektive. Renommierte Autor:innen aus der Kommunikations- und Medienethik verbinden dabei wissenschaftliche Fundierung mit konkreter medienpraktischer Perspektive und zeigen zentrale Herausforderungen und Diskussionslinien der Gegenwart auf.

Mit dem Band liegt erstmals eine systematisch gebündelte und aktualisierte Grundlage der medienethischen Begriffsarbeit vor – für Studium, Forschung, Praxis und Bildung.

Das Buch richtet sich an Studierende und Forschende ebenso wie an Praktiker:innen aus Medien- und Kommunikationswissenschaft, Philosophie und Ethik sowie Medienpädagogik. Auch für Medienschaffende und Journalist:innen bietet es eine verlässliche und unverzichtbare Orientierung. Reflexions- und Diskussionsfragen am Ende eines jeden Beitrags erleichtern den Einsatz in Studium, Lehre und Weiterbildung .

Herausgeber:innen

  • Alexander Filipović ist Professor für Sozialethik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien.
  • Annika Franzetti ist Lehrkraft für besondere Aufgaben im Studiengang Journalistik an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt.
  • Susanna Endres lehrt Pädagogik mit dem Schwerpunkt Medienpädagogik und Digitale Bildung an der Fakultät für Soziale Arbeit der Katholischen Stiftungshochschule München (KSH).

Tagungsrückblick: „Digitale Teilhabe. Medien als Bedingung von Partizipation und Freiheit?“

Mit der Tagung „Digitale Teilhabe. Medien als Bedingung von Partizipation und Freiheit?“ kamen am 5. und 6. Februar 2026 über 90 Teilnehmende an der Katholischen Stiftungshochschule in München zusammen. Veranstaltet wurde die Tagung vom Netzwerk Medienethik gemeinsam mit den DGPuK-Fachgruppen Kommunikations- und Medienethik sowie Medienpädagogik in Kooperation mit der Akademie für Politische Bildung Tutzing.

Eröffnung der Tagung und Begrüßung an der Katholischen Stiftungshochschule durch deren Vizepräsident Prof. Dr. Andreas Schwarz.

Ein einführendes Plenum setzte den inhaltlichen Rahmen der Tagung und machte deutlich, wie vielschichtig der Begriff digitaler Teilhabe ist – zwischen normativem Anspruch, technologischen Bedingungen und gesellschaftlicher Realität. Darauf aufbauend richteten sich drei parallele Panels des ersten Tages auf unterschiedliche Zielgruppen. Im Mittelpunkt standen Fragen digitaler Teilhabe von marginalisierten Gruppen, Jugendlichen sowie älteren Nutzer:innen. In den Diskussionen zeigte sich, dass Teilhabe nicht allein vom Zugang zu digitalen Technologien abhängt, sondern eng mit Fragen von Bildung, sozialer Lage, Gestaltungsmacht und Verantwortung verbunden ist.

Eindrücke von der Podiumsdiskussion: Auf der Bühne (oberes Bild) von links nach rechts: Prof. Dr. Lars Rademacher, Prof. Dr. Petra Grimm, Dr. Susanne Eggert, Stephanie Mirlach-Kratschmer, Gilda-Nancy Horvath und Dr. Kinza Khan.

Den inhaltlichen Abschluss des ersten Tages bildete eine Podiumsdiskussion, in der digitale Teilhabe aus unterschiedlichen Perspektiven diskutiert wurde – von medienethischen Grundfragen über Regulierung und Journalismus bis hin zu medienpädagogischer Praxis. Deutlich wurde dabei, dass der Begriff der Teilhabe je nach Kontext unterschiedlich gefüllt ist und stets mit ethischen Konsequenzen für Gestaltung, Verantwortung und Regulierung digitaler Räume verbunden bleibt.

Übergabe des Ehrenpreises an Prof. Dr. Petra Grimm (Hochschule der Medien Stuttgart) durch Fachgruppensprecher Prof. Dr. Lars Rademacher (links im Bild)

Übergabe des Promovierendenpreises an Vanessa Kokoschka (Hochschule Darmstadt) von Fachgruppensprecherin PD Dr. Claudia Paganini (rechts im Bild).

Im Rahmen eines feierlichen Tagesabschlusses würdigte die Fachgruppe Kommunikations- und Medienethik die besonderen Verdienste und herausragenden Leistungen für die Medienethik mit der Verleihung eines Ehrenpreises für Prof. Dr. Grimm zu 25 Jahren Mitgliedschaft in der DGPuK sowie des Promovierendenpreises an Vanessa Kokoschka.

Der zweite Tag der Tagung verlagerte den Schwerpunkt stärker auf Gestaltungsmöglichkeiten und praktische Anschlüsse. Zwei parallele Panels widmeten sich digitalen Lern- und Bildungsräumen sowie Fragen von KI-Kompetenzen und digitaler Ungleichheit. In den anschließenden interaktiven Formaten wurde diese Perspektive weitergeführt und gemeinsam an konkreten Ansätzen für Bildung, Praxis und Forschung gearbeitet. Ein abschließendes Plenum bündelte die Diskussionen und rückte zentrale Herausforderungen sowie notwendige Kompetenzen für eine aktive und verantwortungsvolle Gestaltung digitaler Welten in den Mittelpunkt.

Das neue Mittelbau-Sprecher:innenteam: Valentin Weber (links) und Sarah Hermann (rechts).

Der Tagung voraus ging ein mit rund 20 Teilnehmenden gut besuchtes Vernetzungstreffen von Promovierenden und Promotionsinteressierten beider Fachgruppen. In diesem Kontext wurde auch ein neues Mittelbau-Sprecher:innenteam für die Fachgruppe Kommunikations- und Medienethik gewählt. Ein herzlicher Glückwunsch geht an dieser Stelle an Sarah Hermann (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg) und an Valentin Weber (Technische Universität Hamburg). Ein großer Dank geht an dieser Stelle an Christian Gürtler (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg), der die letzten Jahre als Sprecher für die Mittelbaugruppe tätig war und der das neue Team in seine Aufgaben einführt.

Das neue Sprecher:innen-Team der Fachgruppe Kommunikations- und Medienethik: Janis Brinkmann (links) und Susanna Endres (rechts).

Auch in der Fachgruppe Kommunikations- und Medienethik selbst gab es eine personelle Veränderung. Auf das bestehende Sprecher:innen-Team PD Dr. Claudia Pagnini (Universität Innsbruck) und Lars Rademacher (Hochschule Darmstadt)folgen Susanna Endres (Katholische Stiftungshochschule München) und Janis Brinkmann (Hochschule Mittweida). Auch hier ein großer Dank an das bestehende Sprecher:innen-Team!

Die Tagung machte deutlich, wie produktiv der interdisziplinäre Austausch zwischen Medienethik und Medienpädagogik ist – und wie zentral es bleibt, digitale Teilhabe als gemeinsame gesellschaftliche Gestaltungsaufgabe kritisch weiterzudenken.

Fotos: Christian Gürtler

Einen ausführlichen Rückblick auf die Themen und Inhalte der Tagung bietet der Beitrag von Dr. Bärbel Röben für das Magazin M. Menschen machen Medien (Verdi):