Verantwortung in digitalen Öffentlichkeiten: Ausschreibung für Hans Bausch Mediapreis

Der Hans Bausch Mediapreis richtet sich neu aus, und wird erstmals zum Thema „gesellschaftliche Verantwortung in digitalen Öffentlichkeiten“ verliehen. „Der Preis soll exzellenter Forschung, die die aktuelle Medienentwicklung einordnet und bewertet, zu mehr Sichtbarkeit verhelfen“ so der SWR in der Ausschreibung. Der Preis wird verliehen für wissenschaftliche Arbeiten im deutschsprachigen Raum und ist mit 5.000 Euro dotiert. Arbeiten können bis zum 15.01.2021 eingereicht werden.

Das SWR arbeitet für die Preisverleihung künftig mit dem Institut für Medienwissenschaft der Universität Tübingen zusammen. Die erste Verleihung des Preises wird im Mai 2021 stattfinden. Ausgezeichnet werden wissenschaftlich fundierte Publikationen oder Forschungsarbeiten, die sich mit medialen Dominanzverhältnissen unserer Gesellschaft befassen. Preiswürdig sind dabei solche Arbeiten, die fruchtbare Anstöße für die Debatte über Medienfreiheit und die Rolle des Journalismus liefern.

Die Ausschreibung finden Sie hier. Detaillierte Angaben zur Einreichung finden sie hier.

Medienethiker der ersten Stunde verstorben: Wolfgang Wunden († 5.10.2020)

Foto: Horst Niesyto

Er gehörte zu den Gründern des „Netzwerks Medienethik“ (1997). Aber er hatte schon vorher angefangen, an die Produktion und Rezeption von Medien ethische Fragen zu stellen und Kommunikationswissenschaftler und Philosophen einzuladen, sie mit ihm zu beantworten. Herausgekommen sind seine vier Sammelbände zur Medienethik (1989; 1994; 1996; 1998). Aber voraus gingen Tagungen und Arbeitskreissitzungen an der Katholischen Akademie Stuttgart-Hohenheim, die er mit organsierte. So brachte er schon 1979 den theologischen Ethiker Alfons Auer dazu, Gedanken zur „Verantworteten Vermittlungsleistung“ der Medien zu entwickeln.

Stuttgart wurde zu seinem Lebensmittelpunkt, als er 30 Jahre wurde. 1942 in Krefeld geboren, studierte er in den 1960er Jahren – also während des II. Vatikanischen Konzils – in Rom Philosophie und Theologie. In seiner abschließenden Dissertation suchte er das Recht des Menschen auf Achtung und Schutz seiner Intimsphäre zu begründen. Diese anthropologische Perspektive scheint bei seinen eigenen Aufsätzen zur Medienethik auch immer wieder durch.

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