
Die neue Ausgabe von Communicatio Socialis widmet sich umfassend dem Thema Film und Kino – einem gesellschaftlich, kulturell sowie medien- und kommunikationswissenschaftlich hochrelevanten Feld. Angesichts von über 90 Millionen Kinobesucher:innen im vergangenen Jahr und trotz wachsender Streaming-Angebote bleibt die Faszination des Kinos ungebrochen.
Die Ausgabe beleuchtet Inhalte, Wirkungen, Akteure und Strukturen der Filmbranche aus vielfältigen Perspektiven:
Thomas Bohrmann eröffnet den Schwerpunkt mit der Betrachtung von Filmen als ethische Erzählungen, die zu moralischer Selbstreflexion einladen. Thomas Wiedemann analysiert, wie erfolgreiche deutsche Kinofilme gesellschaftliche Wirklichkeitsdeutungen prägen – meist aus privilegierten Perspektiven, die nur begrenzt vielfältige Lebensformen abbilden. Sophie Radziwill und Julia Stüwe untersuchen die strukturelle Verantwortung in der Filmproduktion. Ihre Studie zeigt, dass Alter und Geschlecht in Regie, Drehbuch und Produktion maßgeblichen Einfluss auf Teilhabe- und Machtverhältnisse haben. Bernhard Groß ergänzt eine historische Perspektive und analysiert Holocaust-Filme aus BRD, DDR und Italien von 1945 bis 1990. Ein Interview mit Produzent Leopold Hoesch liefert aktuelle Einblicke zu Medienethik, neuen Akteuren und der Rolle von KI in einer Branche im ständigen Wandel.
Filmfestivals stehen im Fokus von zwei weiteren Beiträgen: Tanja Krainhöfer spricht mit DOK-Leipzig-Intendant Christoph Terhechte über Festivals als Orte gesellschaftlicher Debatten (frei abrufbar in der Online-Bibliothek). Madeleine Bernstorff und Sabine Niewalda (Kurzfilmtage Oberhausen) betonen die Bedeutung von Vielfalt und demokratischer Diskurskultur aus festivalästhetischer Sicht.
Weitere Inhalte der Ausgabe: Sophie Hepach entwickelt anhand von Interviews mit Kindern zwischen sechs und 13 Jahren Qualitätskriterien für Kinderjournalismus. In „Kommunikation in Religion und Gesellschaft“ analysiert Tanja Maier die Veränderung der Papstdarstellungen im Spiegel. Kira Stütz untersucht die Instagram-Arbeit zweier evangelischer Pfarrer:innen als besondere Form pastoraler Kommunikation.
Das E-Paper ist online über Nomos verfügbar, die Printausgabe erscheint in Kürze. Außerdem lädt die Redaktion zu einer anonymen Leser:innen-Umfrage ein (Dauer ca. 10 Minuten).
