Verleihung des Doktorand:innen Preises an Nicole Duller

Die Fachgruppe Kommunikation und Medienethik der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft hat in diesem Jahr erstmalig einen Doktorand:innen-Preis ausgeschrieben. Im Rahmen der Fachgruppentagung 2023 in St. Pölten wurde dieser Preis nun an Frau Nicole Duller von der Universität Klagenfurt verliehen, die für ihren Aufsatz „Robots are Actor-Networks: Awarness, Bottom-Up Ethics and Transforming Responsibility“ ausgezeichnet wurde.

Die Preisträgerin Nicole Duller (m.) mit der Fachgruppensprecherin Claudia Paganini und dem Juryvorsitzenden Christian Schicha.

In ihrem Aufsatz diskutiert Duller Verantwortungsdimensionen und ethische Kriterien der Robotik. Technologische Entwicklungen und Innovation verändern kontinuierlich Bereiche des menschlichen Lebens. Auch robotische Systeme sind zunehmend an Praktiken des Alltags beteiligt. Dabei ergeben sich neue Möglichkeiten und Verantwortlichkeiten. Der Artikel behandelt damit ein Thema, das (noch) nicht zu den Kernthemen der Kommunikations- und Medienethik gehört, aber zunehmend gesellschaftlich bedeutsam wird. So sind die Nichtschädigung der vom Roboter bedienten Personen ebenso relevant wie datenschutzrechtliche Sicherheitserwägungen. Duller definiert daher den Verantwortungsbegriff im Bereich der Robotik, der die Komplexität, Vernetzung und Fluidität der Robotik berücksichtigt.

Der Artikel bringt dabei zentrale Anliegen der Medienethik in die noch relativ junge Diskussion über Roboter-Ethik und KI ein. Es geht um die Verteilung von Verantwortung, Transparenzkriterien und Autonomieaspekte im Zusammenhang von Netzwerken, sowie um die Frage, wie mehr Stimmen, gerade auch von Minderheiten, hör- und sichtbar gemacht werden können. Darüber hinaus wird eine Bottom-up-Strategie der Normentwicklung skizziert, die präventive Maßnahmen vorsieht. Eine angemessene Roboterethik – so die Forderung –  muss sich hinbewegen zu mehr Offenheit, Inklusion und transdisziplinärer Forschung.

Nach Auffassung der Jury handelt es sich um einen ausgesprochen dichten und originellen Artikel, der einerseits den Stand der aktuellen Diskussionen in diesem Fachbereich zusammenfasst, andererseits aber auch überzeugend für einen notwendigen Perspektivwechsel plädiert. Dadurch ist der Beitrag sowohl informativ als auch weiterführend, mit manchen Thesen vielleicht sogar zukunftsweisend. Die Interviews mit Expert:innen aus Theorie und Praxis bieten eine ergiebige Quelle für weiterführende Analysen.

 

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