Jörg-Uwe Nieland: Geduldetes Foulspiel: Zum Stand der Ethikdebatte im Sportjournalismus

Abstract

Geduldetes Foulspiel: Zum Stand der Ethikdebatte im Sportjournalismus.

Neben dem Reise- und Autojournalismus fielen in den letzten Jahren auch im Sportjournalismus eine Reihe von kommunikations- und medienethischen Schieflagen und Verstößen auf.  Dabei häufen sich die „Verdachtsmomente“ für systemische Fehler. Konkret wird die Unabhängigkeit des Sportjournalismus in Zweifel gezogen. Es sind also nicht nur die Skandale, die die Sportjournalisten aufdecken, sondern zunehmend die Skandale des Sportjournalismus selbst die für Aufsehen sorgen.

Der Beitrag will eine Bestandsaufnahme in der medienethischen Grauzone leisten – in der Sprache des Sportjournalismus gesprochen sollen Fouls mit dem Regelwerk verglichen werden.

Neben den viel diskutierten Fällen nimmt sich der Beitrag den Ebenen des TV-Managements an und spürt bedenklichen – wenn nicht sogar widerrechtlichen – Entwicklungen im Sportjournalismus nach: beim strategisches Managements, beim Beschaffungsmanagements, beim Produktionsmanagements und beim Absatzmanagement.

Ziel des vorgeschlagenen Beitrages ist es deshalb, exemplarisch medienethische Verstöße des Sportjournalismus zu diskutieren und vor dem Hintergrund der Debatte um neue Leitsätze des Sportjournalismus Verfahren der Selbstkontrolle auch für diesen Kommunikationsberuf vorzuschlagen.

Kurzbiographie

Jörg-Uwe Nieland, Dr. phil., geb. 1965; wiss. Mitarbeiter an der Universität Duisburg-Essen am Institut für Politikwissenschaft und der „Forschungsgruppe Regieren“ sowie an der Deutschen Sporthochschule Köln, Institut für Kommunikations- und Medienforschung. Studium der Sozialwissenschaften/Politikwissenschaft, Philosophie, Geschichte und Sport in Duisburg, Bochum und Berlin; Lehrtätigkeiten an den Universitäten Düsseldorf, Dortmund, Siegen, Bochum, Münster, Bonn. Schwerpunkte in Lehre und Forschung: Politischer Kommunikation und Regierungstätigkeit, Extremismusforschung, Medienpolitik und Medienentwicklung, Sportkommunikation und Sportpolitik sowie Populärkultur; Veröffentlichungen (Auswahl): Interaktives Fernsehen. Entwicklung, Dimensionen, Fragen, Thesen (mit G. Ruhrmann) Opladen 1997; Politik, Medien, Technik. (mit H. Abromeit und Th.Schierl) (Hrsg.) Wiesbaden 2001; Neue Kritik der Medienkritik. Werkanalyse, Nutzerservice, Sales Promotion oder Kulturkritik? (mit G. Hallenberger) (Hrsg.) Köln 2005; Regieren und Kommunikation. Meinungsbildung, Entscheidungsfindung und gouvernementales Kommunikationsmanagement (mit K. Kamps) (Hrsg.) Köln 2006; Das Spiel mit dem Fußball. (mit J. Mittag) (Hrsg.) Essen 2007; Pop und Politik. Politische Popkultur und Kulturpolitik in der Mediengesellschaft. Köln 2009.

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