„Armut & Medien“ Thema der Communicatio Socialis Heft 2/2026

Die kürzlich erschiene Ausgabe „Communicatio Socialis“ widmet sich dem Thema Armut. Armut prägt den Alltag vieler Menschen tiefgreifend und bedroht – verschärft durch Inflation und Krisen – massiv die soziale Teilhabe. Betroffen sind vor allem ohnehin vulnerable Gruppen, deren Situation durch Tabuisierung, Scham und gesellschaftliche Ausgrenzung zusätzlich erschwert wird. Genau hier setzt die Ausgabe an: Sie fragt, wie über Armut gesprochen, berichtet und öffentlich debattiert wird – und welche Verantwortung Medien dabei tragen.
Hannah Kehl, Hella de Haas, Jana L. Peters und Olaf Jandura eröffnen den Schwerpunkt mit einem Beitrag zur digitalen Kluft zwischen armutsbetroffenen und nicht armutsbetroffenen Menschen in Deutschland (kostenfrei abrufbar). Tanja Köhler, Julia Lönnendonker und Johanna Mack zeigen, dass auch der journalistische Nachwuchs sozial selektiv zusammengesetzt ist. Alban Knecht, Michaela Moser und Martin Schenk untersuchen Armutsdiskurse in Österreich und fragen, wie Medien Armut darstellen und wie Initiativen wie „Die Armutskonferenz“ darauf reagieren. Andreas Schulz-Tomančok und Josef Seethaler analysieren, wie Armut und soziale Ausgrenzung im ORF thematisiert werden.
Weitere Beiträge erweitern das Spektrum: Maja Jerrentrup untersucht Bettelschilder als verdichtete Formen öffentlicher Selbstdarstellung von Bedürftigkeit. Annika Franzetti fragt, wie Kinder- und Jugendliteratur verschiedener Epochen Armut erzählt. Katharina Zöpfl und Imke von Maur schließen den Schwerpunkt mit einer Innenansicht dazu, wie philosophische Gespräche über Armut mit Kindern gelingen können.
Auch jenseits des Schwerpunkts bietet das Heft aktuelle Perspektiven aus Kommunikations- und Medienethik: Markus Behmer schreibt über „Toleranz“, Tobias Gostomzyk über digitale Lücken im Informantenschutz. Anna Lena Fehlhaber überträgt James S. Colemans Vertrauenstheorie auf digitale Kommunikationsräume. Antje Eichler fragt, ob Wissenschaft Lobbying betreiben darf. Benedikt Rauw denkt Beziehungen als normative Orte im Kontext von Moraltheologie und KI-Ethik.
Ab sofort sind die einzelnen Artikel online verfügbar (Paywall, über Uni-Bibliotheken gewöhnlich verfügbar). Selbstverständlich erscheint die Ausgabe, wie gewohnt, auch in gedruckter Form.

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