Call for Papers: „Aufwachsen in digitalen Gesellschaften“, Jahrestagung Netzwerk Medienethik 2018

Update: Fristverlängerung zum 23. Oktober 2017!

Das Netzwerk Medienethik veranstaltet im Februar 2018 seine Jahrestagung unter dem Titel „Aufwachsen in digitalen Gesellschaften. Zur Ethik mediatisierter Kindheit und Jugend“. Mit dem jetzt veröffentlichten Call for Papers zur Jahrestagung 2018 laden die Veranstalter Kolleginnen und Kollegen aus der Wissenschaft ebenso wie Kommunikationsexperten aus der Praxis herzlich ein, sich mit einem Beitrag an der Tagung zu beteiligen. – Die Tagung wird wie immer das Gespräch zwischen Wissenschaft und Praxis anzielen.

Die vollständige Einladung zur Einreichung finden Sie hier (offen bis 1.10.2017). Die Tagung findet statt am 22.-23. Februar 2018 in München und wird ausgerichtet zusammen mit der Fachgruppe Kommunikations- und Medienethik in der DGPuK und in Kooperation mit der Akademie für politische Bildung, Tutzing.

Aufwachsen in digitalen Gesellschaften. Zur Ethik mediatisierter Kindheit und Jugend​

Mediatisierte Kindheit und Jugend wird als eine zentrale ethische Fragestellung erfasst. Der Ansatz ergänzt dabei medienpädagogische Auseinandersetzungen. Die interpdiziplinäre Tagung nimmt aktuelle Entwicklungen im Bereich der Digitalisierung, Bildung und des Kinder- und Jugendmedienschutzes zum Anlass, dieses neue Themenfeld für die Ethik (Kommunikations-, Medien- und Informationsethik) aufzubereiten, kritisch zu reflektieren und zu bewerten.

Ziel der Tagung ist es, solche Entwicklungen als medienethische Fragestellungen zu definieren, erste systematische Fundierungen und theoretische Grundlagen dafür aus ethischer Sicht zu erarbeiten und Hinweise für die mediale Praxis und ihre Normierung und Regulierung zu geben. Dies geschieht mit explizitem Bezug auf philosophische Teildisziplinen und ist unter anderem mit Bildungsforschung, Pädagogik, Psychologie, Kulturwissenschaft, Surveillance Studies und Recht verknüpft. Zentral ist die Annahme, dass ein Werte- und Normendiskurs und nicht die Industrie selbst oder die Eigendynamik des Marktes zentrale Impulse für die Entwicklung und Anwendung neuer Technologien geben sollten.

Im Zentrum der Auseinandersetzung steht die Frage der Autonomieentwicklung von Kindern und Jugendlichen, die in digitalisierten Gesellschaften und Öffentlichkeiten heranwachsen. Damit in Zusammenhang werden zum einen Abwägungen mit auf sie bezogene Schutzforderungen (z. B. im rechtlichen Jugendmedienschutz, der Medienregulierung, aber auch in Bezug auf Privatsphäre) und zum anderen Ansätze im Bildungssystem zur Förderung der Befähigungen und Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen relevant. Somit wird die Frage nach dem Aufwachsen in digitalen Gesellschaften als zentrale ethische Frage verstanden, die medien- und bildungspolitisch hochaktuell und relevant ist.

Tagung zu Ehren von Rüdiger Funiok

Die Tagung wird zu Ehren von Prof. Dr. em. Rüdiger Funiok SJ (Bild) durchgeführt. Rüdiger Funiok feierte in diesem Jahr seinen 75.sten Geburtstag. Er hat immer auch in der Schnittmenge von Medien­ethik und pädagogischen Fragen gearbeitet. Mit der Tagung ehren wir sein Wirken für die Disziplin Medienethik und nicht zuletzt auch für die Fachgruppe Kommunikations- und Medienethik und das Netzwerk Medienethik.

 

Tagungsinformationen:

  • Termin: Donnerstag, 22. Februar bis Freitag, 23. Februar 2018
  • Veranstaltungsort: Hochschule für Philosophie, Kaulbachstr. 31, 80539 München
  • Vorbereitungsteam: Alexander Filipovic, Jessica Heesen, Nina Köberer, Kerstin Liesem, Marlis Prinzing, Michael Schröder, Ingrid Stapf
  • Internet: http://tagung2018.netzwerk-medienethik.de/ 
  • Einreichung bis 1. Oktober 2017 23. Oktober 2017

 

Das NETTZ: die Vernetzungsstelle gegen Hate Speech – Neugründung und Netzwerktreffen

Am 17.10.2017 ist die neue Vernetzungsstelle gegen Hate Speech „Das NETTZ“ mit dem Launch der Webseite www.das-nettz.de online gegangen. Gegründet würde das Netzwerk auf eine Initiative des betterplace lab hin, in Kooperation mit der Robert Bosch Stiftung und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!”. Das zemd::dg – Zentrum für Ethik der Medien und der digitalen Gesellschaft (München/Eichstätt) ist Kooperationspartner im Projekt.

Im Zuge der zunehmenden Verrohung der öffentlichen Debatte durch Online-Phänomene wie „Hate Speech“ und „Shitstorms“ kommt es immer mehr zu diskriminierenden und volksverhetzenden Aussagen im Netz. Dem will das neugegründete Netzwerk entgegentreten, indem es zivilgesellschaftliche Akteure unterstützt, die sich für eine positive Debattenkultur im Internet einsetzen.

Das Netzwerk unterstützt im Rahmen des Förderwettbewerbs innovative Projekte und Ideen zum Thema Zivilcourage im Netz. Für die erste Förderrunde können sich Interessierte bis zum 17.11.2017 hier bewerben. Eine Gelegenheit, sich weiter über das Netzwerk und seine Projekte zu informieren, bietet sich an den Netzwerktreffen, zu denen „Das NETTZ“ am 30.11. und 1.12.2017 einlädt.

Um aktiv für Wissen und Transparenz im Internet einzutreten, wird das Netzwerk künftig in Kooperation mit dem Münchener Zentrum für Ethik der Medien und der digitalen Gesellschaft (zem::dg) über aktuelle Publikationen und Entwicklungen aus der Forschung berichten. Das zem::dg, eine Kooperation zwischen der KU Eichstätt (Klaus-Dieter Altmeppen) und der Hochschule für Philosophie in München (Alexander Filipovic), fungiert im Projekt als wissenschaftlicher Berater.

zeigen | andeuten | verstecken – Visuelle Kommunikation zwischen Ethik und Provokation – Tagungshinweis

Der Medienpsychologe Prof. Dr. Clemens Schwender veranstaltet gemeinsam mit der DGPuK-Fachgruppe Visuelle Kommunikation und der Einrichtung Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen vom 07.-09. Dezember 2017 an der SRH Hochschule der populären Künste in Berlin eine Tagung zum Thema „Visuelle Kommunikation“

Mit dem Aufkommen der Flüchtlingskrise begannen weltweit Bilder von Kriegsopfern und Geflüchteten in den Medien zu kursieren. Im Zuge dessen entfachte sich eine Debatte um den adäquaten Umgang mit Bildern in den Medien. Auf der diesjährigen Tagung sollen ethische und moralische Perspektiven der Bildverwendung, -aneigung und wirkung beleuchtet werden. Im Zentrum stehen dabei die Grenzen des Zeigbaren, der Umgang mit Pornografie und Karrikatur, sowie Fragen der Authentizität, Provokation und Verantwortung.

Als Referenten nehmen unter anderem der Medienethiker Prof. Dr. Christian Schicha von der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg und Prof. Dr. Klaus Sachs-Hombach von der Eberhard Karls Universität Tübingen teil.

Nähere Informationen zum Programm der Tagung und den Link zur Anmeldung finden sie hier.