Stellenausschreibung: Postdoc / Adviser in Ethics of Information Technology

An der Universität Twente (NL) ist eine Postdoc-Stelle für zwei Jahre ausgeschrieben. 50% der Stelle dienen der Beratung der Mitarbeiter(innen) des Centre for Telematics and Information Technology und weitere 25% sind der Mitarbeit in dem europäischen Forschungsprojekt SATORI gewidmet. Weitere Informationen zur Ausschreibungen findet man auf der Webseite der Universität Twente. Den Link zur Stellenausschreibung findet man dort dann am Ende der Seite. Bewerbungen sind bis zum 30.09.2014 einzureichen.

Die Zukunft des Journalismus – Call for Papers zum Netzwerk Medienethik 2015

Die Zukunft des Journalismus steht mit dem Medienwandel zur Debatte. Das Netzwerk Medienethik, seit knapp 20 Jahren der Treffpunkt der praktischen und wissenschaftlichen Medienethik, möchte daher im Februar 2015 die Zukunft des Journalismus auf einer Tagung zum Thema machen (12.-13. Februar 2015 in München).

Stärkung des Praxis/Wissenschaftsdiskurses – Zur Neukonzeption der Tagung

Von Beginn an (1997) stand der Austausch zwischen Medien-Praxis und wissenschaftlicher Medienethik im Zentrum des Netzwerkes. Die Initiative vernetzt Ethikerinnen und Ethiker mit Praktikerinnen und Praktikern – mit dem Ziel, die moralischen Grundlagen von Medien und Kommunikation angemessen zu stärken und zu befördern.

Um den Austausch von Wissenschaft und Praxis noch stärker zu unterstützen, gibt sich die Jahrestagung des Netzwerks Medienethik eine neue Form: Die gesamte Tagung unterteilt sich in einen Tag “Fokus Praxis” und einen Tag “Fokus Wissenschaft“. Besonders am ersten Tag kommen Medienleute zu Wort und debattieren untereinander und mit Wissenschaftlerinnen und -schaftlern die Probleme der Medienwelt. Der zweite Tag zielt besonders die Weiterentwicklung der wissenschaftlichen Disziplin der Medienethik bzw. einer normativ orientierten und urteilenden Medien- und Kommunikationswissenschaft an. Auch hier ist selbstredend der Diskurs mit der Praxis notwendig und erwünscht. Einen Eindruck von der Programmstruktur können Sie bereits hier erhalten. Es sind auch separate Anmeldungen jeweils für den ersten und zweiten Tag möglich.

Zukunft des Journalismus – Call for Papers

call 2015Für den Tag “Fokus Wissenschaft” hat die Fachgruppe Kommunikations- und Medienethik in der DGPuK einen Call for Papers veröffentlicht. Ziel der Jahrestagung ist es, den derzeitigen Wandel des Journalismus (in Formaten, den Strukturen sowie dem Berufsbild) aus Sicht der Praxis sowie der Wissenschaft aufzugreifen, hierzu zentrale Impulse zu setzen und den Theorie-Praxis-Transfer voranzutreiben.

Der Call richtet sich an Beiträge, die sich medienethisch mit der Zukunft des Journalismus in seinen Formaten, seinen Berufsbildern, seinen Aufgaben und Leistungen sowie strukturellen und ökonomischen Aspekten befassen.

Einsendeschluss ist der 15. Oktober 2014. Lesen Sie den Call for Papers (*.pdf) für weitere Informationen.

Save the Date – die Tagung im Februar vom 12.-13 Februar 2015 in München

Das Programm der Tagung wird Mitte Dezember fertig sein. Eine Einladung erfolgt vor Weihnachten. Bitte merken Sie sich den Termin schon vor. Alle Informationen zur Tagung gibt es auf der Tagungswebsite.

Ethik für das Internet der Dinge (CfP)

irieDie 22. Ausgabe der Zeitschrift “International Review of Information Ethics” (IRIE) wird sich mit den ethischen Herausforderungen des “Internets der Dinge” beschäftigen. Eine solche Ethik, so der Call for Papers, ist auf dem Gebiet der Informationsethik verankert, aber sie radikalisiert dieses Thema zu einem gewissen Grad, insofern die materiale Welt zunehmend als Informationstechnologie auftritt.

Wer zum Thema in der Zeitschrift publizieren möchte, ist herzlich eingeladen, auf den Call zu antworten (offen bis 31.08.2014). Hier gibt es alle Informationen.

META Award in Stuttgart

meta

Mit der Digitalisierung der Gesellschaft verändern sich unser Alltag und unsere  Lebenswirklichkeit dramatisch: Unsere Lebensgewohnheiten werden zunehmend transparent, nachvollziehbar und voraussagbar – insbesondere für die ‚Internetgiganten‘ wie Google, Facebook, Amazon oder Apple, aber auch für andere Firmen, wie z.B. Werbeunternehmen, Banken oder Versicherungen. Im digitalen Zeitalter ist jeder Nutzer Kunde und jede Nutzerin Kundin, die getrackt, klassifiziert und vermessen werden können und werden. Die Grenzen zwischen analogem und digitalen Raum, Mensch und Maschine, Öffentlichem und Privatem verschwimmen mehr und mehr. „Algorithmen“, „Internet der Dinge“ und „Big Data“ sind Schlüsselworte für diese gravierende Entwicklung, mit der sich unser Denken, Handeln und Werteverständnis neu bestimmt.

Ethischen Fragen, die mit der Digitalisierung der Gesellschaft verbunden sind, sind Thema des XIII. Tages der Medienethik an der Hochschule der Medien in Stuttgart (HdM). In der Lehre und in Projekten steht das Thema Ethik im Fokus. Höhepunkt des Tages der Medienethik ist die Verleihung des Medienethik-Awards META 2013/14, der von Studierenden der HdM vergeben wird. Ausgezeichnet werden herausragende journalistische Beiträge in den Kategorien „Blogs“, „Zeitungen“ und „Fernsehen“. Im Mittelpunkt des META-Projekts steht die Frage, wie in den journalistischen Medien die Digitalisierung der Gesellschaft und deren ethische Konsequenzen dargestellt werden.

Die Eröffnungsrede „Big Data: Medienethische Fragen zur digitalen Vermessung der Welt“ hält Prof. Dr. Alexander Filipović (Hochschule für Philosophie München). Vertieft wird die Rolle des Journalismus in der anschließenden Podiumsdiskussion „Ego-Loops und Big Data in der Informationswelt: Bestimmen in der Zukunft Algorithmen die Meinungsbildung?“ Den Impulsvortrag “Algorithmen im Journalismus” hält der Datenjournalist Marco Maas (OpenDataCity, Berlin), der anschließend auch auf dem Podium diskutieren wird, u. a. mit Prof. Dr. Stephan Weichert (Vocer, Hamburg).

Die Veranstaltung findet am 25.06.2014 ab 17:00 Uhr im Audimax der Hochschule der Medien in Stuttgart statt. Die Anmeldung ist schon möglich. Das vollständige Programm gibt es hier.

Neuerscheinung: Advertorials in Jugendprintmedien

Advertorials in JugendprintmedienAdvertorials sind wirtschaftlich orientierte Werbeanzeigen, die ähnlich wie journalistische Berichte aufgemacht sind. Nina Köberer beschäftigt sich in ihrer Dissertation (PH Ludwigsburg) zu „Advertorials in Jugendprintmedien“ mit dem Spannungsfeld zwischen Werbung und Journalismus und dem Grundsatz, beide Bereiche zu trennen. Das Buch richtet sich v.a. an Dozierende und Studierende aus Kommunikations- und Medienwissenschaft, Journalismus und Medienethik, sowie an Personen, die in Journalismus oder Werbung tätig sind.

„Aus medienethischer Sicht ist der Anspruch auf Transparenz (und die Überprüfbarkeit von Transparenz) plausibilisierbar und im Rahmen medialer Kommunikation weiterhin zu fordern. In diesem Zusammenhang erörtert die Autorin – unter Rückbezug auf empirische Ergebnisse –, welche Maßnahmen zu ergreifen sind, um einen verantwortungsvollen Umgang mit Sonderwerbeformen wie Advertorials auf Produzentenseite sowie auf Ebene der Rezipienten zu gewährleisten.“ (Quelle)

Die Autorin Nina Köberer ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften an der Universität Tübingen und Sprecherin der Nachwuchsgruppe des Netzwerks Medienethik. Ihre wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen u.a. in den Bereichen der Werbe- und Medienethik und der Medienbildung.

Zwischen Alphabet und Algorithmus

d3Das Suchen und Finden von Informationen ist in der heutigen Medienwelt ein ethisches Thema. Damit beschäftigt sich ein Vortrags- und Diskussionabend am 15. Mai 2014 um 19:00 Uhr in der Aula der Hochschule für Philosophie in München.

Das Nachschlagen ist eine Kulturtechnik, die ihren Zenit deutlich überschritten hat. Das gilt entsprechend für Wörterbücher und Enzyklopädien, die vom Markt und den Schreibtischen der „Nutzer” zunehmend verschwinden. Die (alphabetische und symbolische) Ordnung der Sprache tritt damit in den Hintergrund, die Kompetenz des Suchens und Findens im digitalen Raum dafür in den Vordergrund. Dabei sind es die (algorithmischen) Filter, die dem Suchenden helfen, ihn gleichzeitig aber auch bevormunden. Welche Folgen hat dieser Paradigmenwandel für uns, für die Sprache, für die Medien- und Verlagswelt? Die Diskussion wird Antworten auf diese Fragen im Hinblick auf (Sprach-, Schreib- und Lese-)Kultur, Medienethik, Technik und Wirtschaft (in der Medien- und Verlagsbranche) geben.

Die Veranstaltung findet statt im Rahmen des Projekts “Deutsch 3.0″ des Goethe-Instituts e. V.  Weitere Infos zu der Veranstaltung hier.

Medienethiker Stephan Buchloh verstorben

Stephan Buchloh † verstorben

Stephan Buchloh †

Der Medienethiker Professor Dr. Stephan Buchloh, Leiter der Abteilung Kultur- und Medienbildung an der PH Ludwigsburg, ist am 28. April 2014 nach schwerer Krankheit verstorben.

Geboren und aufgewachsen in Düsseldorf studierte er Politologie, Germanistik, Lateinamerikanistik sowie Pädagogik und Philosophie. Er war Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes und der Bischöflichen Studien­förderung Cusanuswerk. Er promovierte in Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin mit einer Arbeit über Zensur in der Ära Adenauer (Presse, Literatur, Theater, Film) und habilitierte sich in Kommunikations- und Medienwissenschaft an der Universität Leipzig mit einer Schrift über staatliche Kulturförderung am Beispiel des westdeutschen Films (1945 bis 1990).

Beruflich war er in der Weiterbildung von Journalisten in Berlin, im Management einer international aktiven Hilfsorganisation und in einer Freizeiteinrichtung für Jugendliche aus sozialen Brennpunkten in München aktiv. Stephan Buchloh leitete dort medienpädagogische Projekte rund um den Film und das Internet. Von dort aus erfolgte der Wechsel auf eine Professur für Sozialpädagogik an der Hochschule Ravensburg-Weingarten mit den Schwerpunkten Bildungsarbeit und Medien in der Sozialen Arbeit. Er nahm Lehraufträge in Berlin, Potsdam, Leipzig, München, Bangkok und Peking wahr. Seit Februar 2008 war er Professor für Kultur- und Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg und baute dort den Bachelor-Studiengang Kultur- und Medienbildung mit auf. (Zum Teil wörtlich von PH Ludwigsburg.)

Stephan Buchloh war regelmäßiger Gast schon bei den ersten Tagungen und Zusammenkünften des Netzwerks Medienethik. Die Kolleginnen und Kollegen im Netzwerk Medienethik erinnern sich an ihn als einen Medienethiker und-pädagogen mit ausgezeichneten Leistungen in Forschung und Lehre und großer Kompetenz, Energie und Kreativität. Er wurde im Netzwerk immer sehr geschätzt als außerordentlich freundlicher und hilfsbereiter akademischer Lehrer und Kollege.

Seine Kolleginnen und Kollegen und seine Freundinnen und Freunde im Netzwerk Medienethik trauern um Stephan. Requiescat in pace.

Neue Heftvorschau der Communicatio Socialis

Die medienethische Zeitschrift Communicatio Socialis hat jetzt eine Heftvorschau. Themen der nächsten Hefte sind:

  • Heft 2/2014: Holt mich hier raus! Medienethische Aspekte in Unterhaltung und Boulevard
  • Heft 3/2014: Game over. Medienethische Herausforderungen bei Computerspielen
  • Heft 4/2014: Nichts ist authentischer als ein Foto. Ethik im Bildjournalismus

Die Zeitschrift ruft dazu auf, bei Interesse an den Themen (etwa als Autor/Autorin oder wenn Sie einen Hinweis haben…) Kontakt mit der Redaktion aufzunehmen.

Disclosure: Der Autor dieses Textes ist Mitherausgeber der Zeitschrift Communicatio Socialis.

Behinderung und Medien – Neues Heft von Communicatio Socialis jetzt online

Menschen mit Behinderung spielen in den Medien kaum eine Rolle. Darsteller mit Behinderung in fiktionalen Produktionen sind die Ausnahme. Und wenn Menschen mit Behinderung vorkommen, dann selektiv, fokussiert auf ihre Behinderung und in einer dramatisierenden Sprache dargestellt: Menschen, die „an den Rollstuhl gefesselt“ oder „des Augenlichts beraubt“ sind. Journalistinnen und Journalisten mit Behinderung haben besondere Anforderungen an ihren Arbeitsplatz, behinderte Menschen in der Werbung – ein sensibles Thema. Das Themenfeld Medien und Behinderung ist groß und medienethisch wichtig.

Medienethischer Schwerpunkt: Behinderung und Medien

Titelseite-1_2014

Cover Communicatio Socialis 1 (2014)

Communicatio Socialis beleuchtet das Thema Behinderung und Medien in Heft 1 (2014) im medienethischen Schwerpunkt aus verschiedenen Blickwinkeln. In mehreren Beiträgen versuchen Autorinnen und Autoren Antworten auf Fragen, wie die Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Informations- und Unterhaltungsangebot verbessert werden kann und welche Einflussmöglichkeiten Menschen mit Behinderung in der Rundfunkaufsicht haben.

Den Anfang macht Ingo Bosse von der TU Dortmund, der sich in seinem Beitrag mit ethischen Aspekten einer inklusiven Medienbildung beschäftigt (dieser Beitrag ist als Leseprobe frei erhältlich). Zwei Soziologen von der Universität Trier, Michael Jäckel und Martin Eckert,  stellen eine Studie zu Menschen mit Behinderung in der Wirtschaftswerbung vor. Über die Arbeitssituation von Journalisten mit Behinderung beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk schreibt Nanette Peithmann.

Der Schauspieler und Autor Peter Radtke, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Behinderung und Medien, porträtiert die Aktivitäten des Vereins. Die Journalistin Kathrin Runge berichtet über ihre Erfahrungen bei der Recherche und ihre Unsicherheit bei der Berichterstattung über Menschen mit Behinderung. Daran knüpft das Interview von Petra Hemmelmann an: Sie sprach mit Lilian Masuhr, der Projektleiterin der Internetplattform Leidmedien.de, die sich dafür einsetzt, dass Journalisten über Menschen mit Behinderung klischeefrei berichten. Über die von der Öffentlichkeit breit rezipierte Caritas-Kampagne 2011 „Kein Mensch ist perfekt“ zum Alltag von Menschen mit Behinderung berichtet Markus Lahrmann. Ein Überblick zu den zahlreichen Medienangeboten zum Thema Behinderung bildet den Abschluss des Schwerpunkts.

Kommunikation in Kirche und Gesellschaft: Medienberichterstattung über Papst Franziskus

Communicatio Socialis beschäftigt sich in Heft 1/2014 daneben mit der Medienberichterstattung über Papst Franziskus, dessen Auftreten und Äußerungen im ersten Jahr seines Pontifikats fast ausschließlich positiv bewertet wurden. Über den Aufsatz von Christian Klenk berichtete vorab bereits die Katholische Nachrichten-Agentur (zum Beispiel hier), deren Chefredakteur Ludwig Ring-Eifel in Communicatio Socialis den neuen Kommunikationsstil von Franziskus ebenso kommentiert wie Bernd Hagenkord von Radio Vatikan.

Das Heft ist heute am  26.3. online erschienen, die Printausgabe folgt in wenigen Tagen. Aktuelle Hefte sind online zugangsbeschränkt. Über die Bezugsmöglichkeiten können Sie sich hier informieren.

Disclosure: Der Autor dieses Textes ist Mitherausgeber der Zeitschrift Communicatio Socialis.

THE FOURTH INTERNATIONAL MEDIA ETHICS DAY – IMED CYBER

The Center for International Media Ethics (CIME) is pleased to announce that the Fourth International Media Ethics Day (IMED Cyber) will take place on September 19, 2014.

The aim of the annual IMED is to mobilize media professionals, IT experts, bloggers, students and interested citizens to discuss ethical dilemmas locally. Participants will examine case studies, and take part in role-plays and debates related to the various ethical dilemmas they might expect to face on the job and in life.

From the first IMED in 2011 with only 300 participants from 11 countries, the event has grown a popular worldwide initiative with more than 800 participants from 32 countries in 2013.

IMED CYBER
The 2014 edition will have a special focus on digital media ethics and IT security, including, but not limited to:

Data Protection
Social Media
Citizen Journalism
Copyrights
Whistleblowing
Online Security
Internet Censorship

GET INVOLVED
As every year, CIME is looking for organizations, individuals or entities willing to host local workshops for IMED 2014.

If you are interested in hosting a local workshop, please fill out this registration form. We will send further details of the event to those who expressed their interest by filling the form. Please note that by registering, you are not obliged to organize the event. We welcome registration from any organization or individual who would possibly be able to host the event but is not certain yet.

For further information you can also contact Milica Markovic (milica@cimethics.org) , International Media Ethics Day Director.

Conference website: http://cimethics.org/home/?view=article&id=88

Literaturhinweis: Bereichsethiken im interdisziplinären Dialog

In dem Band Bereichsethiken im interdisziplinären Dialog finden sich nicht nur zwei medienethische Beiträge von Karsten Weber sowie Matthias Karmasin und Michael Litschka. Auch die anderen Beiträge regen zum Nachdenken über die Interdisziplinarität von Bereichsethiken an. Und zudem gibt es den Band auch als kostenfreien Download. Deshalb dieser kurzer Hinweis.

Gemeinsame normative Perspektiven: Jahrestagung zu „Medien, Ethik und Geschlecht“ mit großem Zuspruch

Am 13. und 14.2.2014 fand zum 18. Mal die Jahrestagung des Netzwerks Medienethik in München statt. Zur gemeinsamen Tagung hatten die DGPuK-Fachgruppen Kommunikations- und Medienethik und Medien, Öffentlichkeit und Geschlecht sowie das Netzwerk Medienethik eingeladen. Knapp 90 Interessierte aus Wissenschaft und Praxis, darunter viele Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, folgten der Einladung.

Das diesjährige Thema „Medien, Ethik und Geschlecht. Zur Frage nach Gerechtigkeit und Vielfalt in der Medienwelt“ lud zu Begegnungen zwischen der Medienethik einerseits und den Gender Studies andererseits ein, welche bisher noch eher selten sind.

Die Kommunikationswissenschaftlerin Elisabeth Klaus aus Salzburg und die Philosophin Tatjana Schönwälder-Kuntze eröffneten den Austausch, um sich der Verbindung von Medien, Ethik und Geschlecht anzunähern. Elisabeth Klaus führte unter dem Titel „Moral ist grauslich – Ethik auch?“ zügig durch die Entwicklung und die Debatten feministischen Denkens, in dem das Verhältnis von und der Streit um Gleichheit und Differenz eine maßgebliche Rolle spielte und spielt. Nancy Fraser war ihre Referenzautorin, die die Verschränktheit von Gleichheit und Differenz angemessen bearbeitet, die richtigen Fragen stellt und die „List der Geschichte“ aufdeckt. Tatjana Schönwälder-Kuntze bezog sich unter dem Titel „Media matter – Anmerkungen zu ihrer ambivalenten Wirkmächtigkeit“ auf Kant und McLuhan, um die Frage nach der Relevanz der Kategorie Geschlecht zu stellen. Warum spielt sie eine derart hervorgehobene Rolle? Die Medien nehmen eine besondere Position ein, da sie soziale Kategorisierungen und Unterscheidungen weiterschreiben und festigen.

Am zweiten Tag hielt die Journalistin Susanne Gaschke den praktisch orientierten Eröffnungsvortrag „Die unkontrollierte Gewalt. Erkenntnis, Interessen und Fehlentwicklungen in der Mediendemokratie.“ Durch ihre Doppelperspektive als Journalistin und jüngst zurückgetretene Kieler Oberbürgermeisterin hat sie einen besonderen, persönlichen Einblick in das Verhältnis von Medien und Politik und formulierte ihre Kritik sehr direkt. Die Arbeitsgruppen beleuchteten im Anschluss weitere Aspekte der Medien, der Ethik und ihrem Zusammenhang mit Geschlecht: z.B. die Bilder lesbischer Frauen in den Medien, Geschlechterverteilung in der Politik und die Berichterstattung darüber.

Tagungsbeobachterin Margreth Lünenborg lobte das interdisziplinäre und reflexive Projekt der Tagung, zu der zwei explizit normative Disziplinen – Medienethik und Gender Studies – zusammengekommen waren. Der Diskurs hat sich als fruchtbar erwiesen und sollte weitergeführt werden, ist das Fazit der Abschlussrednerin, gerade weil darüber, dass die Disziplinen normativ arbeiten, Einigkeit herrscht.

Die nächste Jahrestagung des Netzwerks Medienethik wird erneut in Zusammenarbeit mit der DGPuK-Fachgruppe Kommunikations- und Medienethik veranstaltet, und zwar am 12. und 13. Februar 2015 (Ort: Hochschule für Philosophie, München). Thema werden die aktuellen Strukturveränderungen des Journalismus sein. Angestrebt für die nächste Jahrestagung ist eine stärkere Berücksichtigung der Interessen von Medienpraktikerinnen und -praktikern im Hinblick auf Medienkritik und Medienethik. Theorie-Praxis-Diskurs und wissenschaftliche (Theorie-) Arbeit an medienethischen Problemen sollen gestärkt werden und weiterhin in einer Tagung ihren Platz finden. Informationen zur nächsten Jahrestagung finden Sie unter www.netzwerk-medienethik.de/jahrestagung/tagung2015/.

Update 21.03.2014:

Bärbel Röben hat auf verdi.de ebenfalls einen Tagungsbericht verfasst.

Erster Studierendenkongress für Philosophie, 28.09.-02.10.2014, Münster

Parallel zum XXIII. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Philosophie findet der Erster Studierendenkongress für Philosophie statt. Bewerbungen von Studierenden der Philosophie in Bachelor-, Master-, Magister- und Staatsexamensstudiengängen werden bis zum 30. April 2014 eingereicht werden. Explizit werden Beiträge aus der Angewandte Ethik und den Bereichsethiken (z. B. Medienethik) gesucht. Weitere Informationen gibt es auf der Webseite zum Studierendenkongress.

65% Stelle als akademische/r Mitarbeiter/in im Projekt “Ethik der Werbung in Zeiten des medialen Wandels” am IZEW ausgeschrieben

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Communicatio Socialis: Neues medienethisches Heft und neues E-Journal

Die neue Ausgabe Heft 3-4/2013 von Communicatio Socialis hat den Schwerpunkt Täuschung, Inszenierung, Fälschung. Sie erscheint als Doppelnummer und ist das erste Heft der neu gestalteten und inhaltlich neu ausgerichteten Zeitschrift für Medienethik und Kommunikation in Kirche und Gesellschaft. Das 276-seitige Heft beschäftigt sich mit den medienethischen Herausforderungen im digitalen Zeitalter. Weitere Informationen im Weblog der Zeitschrift.

Neues E-Journal

Mit der aktuellen Ausgabe (Heft 3/4 2013) der Zeitschrift Communicatio Socialis ist auch die elektronische Version der medienethischen Zeitschrift online gegangen. Unter der Adresse http://ejournal.communicatio-socialis.de sind die jeweils aktuellen Ausgaben publiziert (zugangsbeschränkt) und es gibt einen (unbeschränkten) Zugang zum Heft-Archiv. Weitere Informationen ebenfalls im Blog von Communicatio Socialis.