Zur Ethik von Sicherheitstechnologien

Aufnahmen eines Teraherzscanners

Aufnahmen eines Teraherzscanners

Das Tübinger Zentrum für Ethik in den Wissenschaften reflektiert und bewertet in einem Forschungsprojekt die sogenannten Körperscanner. Einen interessanten Einblick in die Arbeit der Informationethiker bietet ein Beitrag des Deutschlandfunks unter dem Titel: “Totaler Schutz durch totale Kontrolle? Tübinger Wissenschaftler untersuchen die Ethik von Sicherheitstechnologien”. Zu Wort kommen unter anderem die Theologin Regina Ammicht Quinn und der Medienethiker und Philosoph Michael Nagenborg. Mehr Informationen hier.

Bildquelle: Wikipedia Commons.

INA: Neue Rangliste der vernachlässigten Themen

Die “Initiative Nachrichtenaufklärung” (INA) hat gestern in Bremen eine neue Rangliste der vernachlässigten Themen vorgestellt. Damit will das von Journalisten und Kommunikationswissenschaftlern getragene Projekt die Aufmerksamkeit auf gesellschaftlich relevante Nachrichten lenken, die — aus welchen Gründen auch immer — in der medialen Berichterstattung untergegangen sind. Im Jahr 2009 wurden der INA zufolge vor allem folgende Themen vergessen, verschwiegen oder verdrängt:

  1. Notstand im Krankenhaus: Pflegebedürftige allein gelassen
  2. Psychiatrie: Bundesregierung biegt UN-Konvention zurecht
  3. Kriegsberichterstattung lenkt von zivilen Friedensstrategien ab
  4. Rechtswidrige Anwendung von Polizeigewalt
  5. Lücken der Finanzaufsicht bei Kirchen
  6. Mangelhafte Deklarierung von Jodzusatz in Lebensmitteln
  7. Patente auf menschliche Gene und Gensequenzen
  8. Schulen für Gehörlose unterrichten keine Gebärdensprache
  9. Mangelnde Kontrolle deutscher Rüstungsexporte
  10. Sondermüll beim Bauen und Sanieren

Nähere Informationen zu den Themen finden sich auf der INA-Homepage.

Die “Initiative Nachrichtenaufklärung” wurde 1997 nach dem Vorbild des US-amerikanischen “Project Censored” gegründet und publiziert seitdem jährlich ein Ranking mit Themen, die in der journalistischen Berichterstattung außen vor geblieben sind. Medienschaffende, gesellschaftliche, wissenschaftliche und politische Institutionen, aber auch alle Bürger haben die Möglichkeit, bei der INA ihrer Meinung nach vernachlässigte Nachrichten einzureichen. Im vergangenen Jahr wurden die Themenvorschläge in einem Projektseminar am Institut für Journalistik der TU Dortmund nachrecherchiert und aufbereitet. Über die Rangfolge der jährlichen “Top-Themen” entscheidet eine Jury aus Wissenschaftlern und Journalisten.

CfP: Contact – Conflict – Combat? Zur Tradition des Konfliktes in Digitalen Spielen

Autorinnen und Autoren können sich noch bis zum 15. März 2010 für einen Beitrag zum Sammelband “Contact – Conflict – Combat? Zur Tradition des Konfliktes in Digitalen Spielen” bewerben. Die Ausschreibung und weitere Informationen zu dem Projekt finden Sie hier.

Neuer Ethik-Kodex für Multimediajournalismus

Journalismus im Internet ist mit zahlreichen berufsethischen Herausforderungen verbunden, die von den herkömmlichen Regelwerken für journalistisches Arbeiten meist nur unzureichend thematisiert werden. Dies zeigt ein vergleichender Blick in die Ethik-Kodizes journalistischer Selbstkontroll-Organe in Europa: Kaum eine Institution ist auf die Besonderheiten der Internet-Kommunikation angemessen vorbereitet.

Dieses Problem will nun ein neuer Ethik-Kodex beheben, der speziell auf die Bedingungen des Multimediajournalismus zugeschnitten ist. Als Weiterentwicklung der geltenden Journalismus-Kodizes in Deutschland, Österreich und der Schweiz führt er zentrale professionelle Regeln für den journalistischen Alltag zusammen und passt diese an den Publikationsraum Internet an. Der Kodex gliedert sich in die Unterpunkte

  • Sorgfaltspflicht
  • Recherche
  • Umsetzung
  • Werbung
  • Erfolgs- und Qualitätskontrolle sowie
  • Community.

Vergleichsweise ausführlich wird dabei u.a. der Umgang mit Blogs, sozialen Netzwerken und User Generated Content diskutiert.

Der Kodex ist aus einem Seminar an der Hamburger Akademie für Publizistik hervorgegangen. Weitere Hintergrundinformationen finden sich unter http://multimediaethik.wordpress.com/.

Jahrestagung Netzwerk Medienethik 2010 zur Ethik der Kommunikationsberufe

Programm 2010 bildswHerzliche Einladung zu unserer Jahrestagung 2010 zum Thema “Ethik der Kommunikationsberufe: Journalismus, PR und Werbung” von Do. 18. bis Fr. 19. Februar 2010 in München.

Die Tagung verfolgt den Anspruch, ethische und normative Dimensionen für Kommunikationsberufe aus der Perspektive verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen (Kommunikations- und Medienwissenschaft, Journalistik, Philosophie, Rechtswissenschaft, Informatik etc.) und aus problemorientierten Praxisberichten zu beleuchten.

thomass3swDie zwei (halben) Konferenztage beginnen jeweils mit einem grundsätzlichen Vortrag: Am Donnerstag bilanziert Barbara Thomaß die Ethik der Kommunikationsberufe und benennt die kommenden Herausforderungen. Am Freitag geht es im Hauptvortrag um das Selbstverständnis und die Selbstkontrolle in den verschiedenen Kommunikationsberufen. benteleGünter Bentele trägt dazu vor unter dem Thema: “Lügen, Fakes und Bullshit? Reflexionen zum Realitätsbezug in den Codizes von Kommunikationsberufen und zu deren organisatorischen und sozialen Funktionen”.

Den beiden Vorträgen folgen jeweils Referate im Plenum (Donnerstag zur journalistischen Ethik und Freitag zur Ethik der Werbung) und danach Paperpräsentationen und Diskussionen in kleineren Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themen. Nähere Information entnehmen Sie bitte dem Programm (aktualisiert am 20.01.2010).

Die Jahrestagung des Netzwerks Medienethik 2010 ist zugleich die Jahrestagung der DGPuK-Fachgruppe Kommunikations- und Medienethik.

Das Programm und das Anmeldeformular finden Sie auf der Tagungs-Website. Der Sprecher des Netzwerkes Medienethik und die Sprecher der Fachgruppe Kommunikations- und Medienethik freuen sich sehr auf Ihre Teilnahme.

Kontakt
Sprecher des Netzwerkes Medienethik und Gastgeber der Jahrestagung
Prof. Dr. Rüdiger Funiok SJ
Hochschule für Philosophie – IKE
Kaulbachstr. 31a, 80539 München

Sprecher der DGPuK-FG »Kommunikations- und Medienethik«
Prof. Dr. Christian Schicha
Mediadesign Hochschule
Fachbereich Medienmanagement
Werdener Str. 4, 40227 Düsseldorf

Dr. Alexander Filipović
Institut für Christliche Sozialwissenschaften
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Hüfferstr. 27, 48149 Münster

Neuer Band der Reihe “Medienethik” erschienen

Buchcover: Grimm/Capurro "Computerspiele"Der neue Band der Reihe “Medienethik” im Franz Steiner-Verlag widmet sich dem Thema “Computerspiele – Neue Herausforderungen für die Ethik?” Der von Petra Grimm und Rafael Capurro herausgegebene Band enthält neben einigen Beiträgen des HdM-Medienethik-Symposiums zum gleichen Thema (2007) auch eine Reihe von neuen Aufsätzen.

Inhalt

  • M. Nagenborg: Einleitung
  • M. Nagenborg: Computerspiele und Ethik
  • M. Consalvo: Rule Sets, Cheating, and Magic Circles
  • M. Lober: MacBeth vs. Ego-Shooter
  • V. Weigand: Computerspiele und Jugendschutz
  • C. Pfeiffer: Führt Computerspielen zu schlechten Schulnoten?
  • T. Lehning: Werbung als ethischer Kommentar: Die ‘Believe’-Kampagne für Mircosofts Halo 3
  • J. Zaremba: Heldinnen in Computerspielen
  • D. Allhutter: Der ‘Mainstream-Spieler’ als Kreativitätshindernis: Was Geschlechterdiskurse mit der Qualität von Computerspielen zu tun haben
  • K. Pohl: Repräsentation von Moral im Computerspiel am Beispiel Fable
  • C. Hoffstadt und C. Roth: DEFCON – The world’s first genocide’em up

Medienethik-Award META 2009

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Die Jury aus Studierenden der Hochschule der Medien verleiht den Medienethik-Award META in diesem Jahr zum Thema „Wertevermittlung in Jugendmedien“. Ausgezeichnet werden herausragende journalistische Beiträge, die sich an Jugendliche richten und in besondere Weise ethische Grundsätze berücksichtigen sowie Werte transportieren.

Die Preisverleihung findet am 14.Januar 2010 im Anschluss das HdM-Symposium zur Medienethik an der Hochschule der Medien in Stuttgart statt. Gäste sind herzlich willkommen. Um Anmeldung unter
http://www.hdm-stuttgart.de/meta/anmeldung
bis zum 7. Januar 2010 wird gebeten.

Weitere Informationen finden sich hier. | Programm der Veranstaltung

Publikation zur Medienethik im Web 2.0

zfkm web2.0 coverJetzt erschienen: Die Beiträge der gemeinsamen Jahrestagung 2009 zum Thema “Web 2.0. Neue Kommunikations- und Interaktionsformen als Herausforderung der Medienethik” sind in der “Zeitschrift für Kommunikationsökologie und Medienethik” (zfkm) dokumentiert.

Die Zeitschrift, Ausgabe 2/2009, 11. Jahrgang, ISSN: 1861-2687, können Sie zum Preis von 6,50 Euro beziehen von: Prof. Dr. Christian Schicha, E-Mail: schicha@t-online.

Inhalt:

  • Petra Grimm: Gewalt im Web 2.0 – ein Anknüpfungspunkt für medienethische Reflexionsprozesse bei Jugendlichen?
  • Bernhard Debatin: The Routinization of Social Network Media. A Qualitative Study on Privacy Attitudes and Usage Routines among Facebook Users
  • Kerstin Blumberg, Wiebke Möhring & Beate Schneider: Risiko und Nutzen der Informationspreisgabe in Sozialen Netzwerken
  • Tobias Eberwein & Horst Pöttker: Journalistische Recherche im Social Web: Neue Potenziale, neue Probleme?
  • Sabine Trepte & Leonard Reinecke: Sozialisation im Social Web: Eine Forschungsagenda zu den Wirkungen des Web 2.0
  • Jan-Hinrik Schmidt: Braucht das Web 2.0 eine eigene Forschungsethik?
  • Anke Trommershausen: Ist eine Unternehmensethik unter den Bedingungen des Netzwerks möglich? Ein Diskussionsbeitrag zur der Frage einer Re-Konzeptualisierung der Unternehmensethik in TIME-Unternehmen
  • Caja Thimm: Die große Freiheit in virtuellen Welten? Ethische Fragen im Kontext von Second Life
  • Thomas Zeilinger: »Social networking« als Basis der Wahrnehmung kommunikativer Kompetenz im Internet. Von einer Ethik allgemeiner Geltungsansprüche zu einer Ethik sozialer Verbundenheit
  • Alexander Filipović: Identität, Beziehung und Information. Systematische Überlegungen zu einer Anthropologie des Web 2.0 in medienethischer Perspektive
  • Michael Nagenborg: Keeping it real? Albert Borgmanns »Holding on to reality« (1999) und »Real American Ethics« (2007)
  • Franz Tomaschowski: Das Spiel mit der Realität
  • Karsten Weber: »Don’t be evil« Ein kritischer Blick auf die moralische Selbstregulierung von Suchmaschinen mithilfe von Ethikcodizes
  • Matthias Künzler & Edzard Schade: Neue öffentliche Akteure braucht das Web 2.0! Zur Bedeutung spezifischer medienethischer Normen und Regulierungsformen für Kommunikationsdienste im Web 2.0
  • Theresa Züger: Öffentlichkeit im Internet
  • Jörg-Uwe Nieland & Mario Anastasiadis: Rechtsextremismus 2.0 Gegen- und Abwehrstrategien – Ein Vorschlag zur Systematisierung

Menschenrechte und digitaler Alltag, 7. Internationales Forum Menschenrechte

7ihrfSchränken  die modernen Informationstechnologien der Alltagswelt unsere Privatsphäre ein? Garantieren sie mehr Sicherheit für alle durch Einschränkung der Freiheit von Einzelnen? Fördern sie Meinungsfreiheit und Selbstbestimmung? Wie kann ein gleicher Zugang zu ihnen gewährleistet werden?

Diesen und ähnlichen aktuellen Fragen will das 7. Internationale
Menschenrechtsforum Luzern (IHRF) nachgehen. Prominente Akteure und renommierte Expertinnen und Experten aus dem In- und Ausland werden sich am Forum der öffentlichen Diskussion stellen.

Das 7. Internationale Menschenrechtsforum Luzern (IHRF) zum Thema “Menschenrechte und Digitalisierung des Alltags” findet am 18. und 19. Mai 2010 im Verkehrshaus der Schweiz, Luzern statt. Weiter Information hier.

[Quelle: Internationales Menschenrechtsforum Luzern (IHRF), Zentrum für Menschenrechtsbildung (ZMRB), PHZ Luzern]

IX. HdM-Symposium zur Medienethik

Am 14. Januar 2010 findet an der Hochschule der Medien Stuttgart ein Symposium zur Medienethik unter dem Thema „Medien – Rituale – Jugend“ statt.

Das IX. HdM-Symposium zur Medienethik hat zum Ziel, die vielfältigen Medienrituale der Jugend zu betrachten und zu hinterfragen. Die Perspektive ist dabei multidisziplinär: Medien- und Kommunikationsforscher, Soziologen und Medienethiker analysieren die vielfältigen Aspekte des Medienhandelns Jugendlicher und dessen gesellschaftlicher Kontexte. Besonderes Augenmerk soll dabei dem Konzept der Ritualisierung gelten, in dessen Mittelpunkt die Konstruktion von Sinn durch regelhafte Einbettung in den Alltag steht. Welche Funktionen haben Medienrituale? Welche ethischen Handlungsentwürfe lassen sich aus ihnen ableiten? Welche Probleme sind mit bestimmten Mediennutzungsmustern verbunden? Wo besteht konkreter Handlungsbedarf – und für wen?

Zum Programm | Zur Online-Anmeldung | Zur Tagungshomepage | Zum PDF-Flyer

CfP: ECAP 2010 (München, 4.-6.10.2010)

Im kommenden Jahr wird die europäische Konferenz der International Association for Computing and Philosophy (ECAP) in München stattfinden. Weitere Informationen zu der Veranstaltung und dem Rahmenprogramm findet man auf der Homepage der Veranstaltung, wo sich auch der Call for Papers findet. Die Einreichungsfrist endet am 7. April 2010. Gesucht werden u. a. Beiträge zu Themen wie “Information and Computing Ethics: Roboethics” oder “Computer & Gender Studies”.

Donald McGannon Award for Social and Ethical Relevance in Communications Policy Research

Bis zum 15.Januar 2010 können noch Publikationen für den Donald McGannon Award for Social and Ethical Relevance in Communications Policy Research eingereicht werden. Der mit $ 2000  dotierte Preis wird vom Donald McGannon Communication Research Center der Fordham University ausgelobt. Weitere Informationen finden sich hier.

Neue Internet-Plattform: Living in Surveillance Societies

Heute wurde offiziell die Webseite des europäischen Forschungsnetzwerkes Living in Surveillance Societies (LiSS) gestartet. Unter www.liss-cost.eu findet man ab sofort aktuelle Termine und – in naher Zukunft – weiterführendes Material.

Neuerscheinung: Ethik als Schlüsselkompetenz in Bachelor-Studiengängen

verantwortung-materialband-coverDer Materialband, der von Jochen Fehling unter Mitarbeit von Simon Meisch herausgegeben wurde, dokumentiert die Ergebnisse des Projekts Verantwortung wahrnehmen oder mit diesem Bestellformular bestellt werden. Eine kostenlose Online-Fassung ist angekündigt.

Steinbrück über die Medien in der Krise (4. Berliner Medienrede)

Nach Auffassung des früheren Bundesfinanzministers Peer Steinbrück (SPD) haben die Medien in der Finanz- und Wirtschaftskrise insgesamt verantwortungsvoll gehandelt. Zu diesem Schluss kam der SPD-Politiker am 23. November 2009 in der 4. Berliner Medienrede zum Thema «Die Verantwortung der Medien in der Krise». Der Trend zur Banalisierung, Skandalisierung und Personalisierung sei moderat ausgefallen.

Kritik übte Steinbrück an der Sachkompetenz vieler Journalisten. Zudem bemängelte der die macht- und parteipolitische Fokussierung in den Berichten über die Krise. Er kritisierte besonders die Online-Medien: Onlinedienste bestimmter Magazine brächten

“etwas auf den Markt […], was definitiv falsch ist, aber nie korrigiert wird. Die Meldung wird einfach aus dem Onlinedienst herausgenommen. Aber eine Richtigstellung erfolgt jedenfalls sehr selten.”

Die jährlich im November stattfindende Berliner Medienrede wird vom Medienbeauftragten des Rates der EKD, der Evangelischen Akademie zu Berlin und dem Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik ausgerichtet.

Die Rede kann hier nachgelesen werden.

[Quelle: Meldung auf www.eaberlin.de]