Neugründung eines Selfie-Forschungsnetzwerks im zem::dg

„If it is good enough for the Obamas or The Pope, then it is good enough for Word of the Year“ (Oxford University Press 2013). Die Rede ist hier vom Selfie, ein spontan per Smartphone aufgenommenes und via Social Media geteiltes Selbstbild.

Längst Bestandteil digitaler Alltagskommunikation, gibt es doch immer wieder Anlass zur Diskussion: Ist das Selfie Sinnbild einer digitalen Empowerment-Bewegung oder Vorbote einer narzisstischen Epidemie? Gehört es gefeiert, wie beim ‚National Selfie Day‘ (21. Juni)? Oder gehört es verboten – 2015 kamen mehr Menschen beim Selfie-Taking ums Leben als bei Haiangriffen? Das Selfie provoziert – auch eine im digitalen Zeitalter erforderliche Neubestimmung von Kommunikation und Selbstausdruck im Spannungsfeld von Privatheit und Öffentlichkeit.

Dieser Herausforderung widmet sich das neugegründete Selfie-Forschungsnetzwerk unter dem Dach des zem::dg. Es bringt unterschiedliche wissenschaftliche Zugänge, Fragestellungen und Methoden der Selfie-Forschung zusammen und schafft Raum für einen offenen und stabilen wissenschaftlichen Austausch.

Das zem::dg lädt herzlich ein zum Mitdenken, zu Treffen und Vernetzung. Mehr Informationen zu geplanten Veranstaltungen, zu Website und Mailingliste finden Sie hier. Kontakt über Kristina Steimer (zem::dg).

Call for Papers: Kommunikations- und Medienethik reloaded?

Unter dem Titel „Kommunikations- und Medienethik reloaded? Orientierungssuche im Digitalen“ findet die Jahrestagung 2019 der Fachgruppe Kommunikations- und Medienethik der DGPuK in Köln statt. Termin: 21.-22. Februar 2019, Ort: Hochschule Macromedia, Brüderstraße 17, 50667 Köln. Der Call for Papers lädt zu Beitragsvorschlägen ein.

Die Tagung beschäftigt sich mit der Frage, ob bestehende Konzepte und Modelle der
Kommunikations- und Medienethik angesichts digitalisierungsbedingter Veränderungen weiterhin
tragfähig sind oder ob sie verändert oder erweitert werden müssen. Es geht

  • um die ethischen Implikationen der durch digitale Technik veränderten Rollen und
    Funktionen von Kommunikator und Rezipient,
  • um ethische Anforderungen an verantwortungsgeleitete digitale Innovation, Technikfolgenabschätzung und Aufklärung,
  • um die Reflexion von Wahrheit und Weltbild in der postfaktischen, digitalen Gesellschaft sowie
  • um das Nachdenken über mögliche Veränderungen des aktuellen Forschungsgegenstands und die ethischen Bezüge gegenwärtiger Forschungspraxis infolge der Digitalisierung. 

Gewünscht sind theoretische oder empirische Beiträge, die solche Phänomene aus ethischer Perspektive analysieren und reflektieren. Der Call ist offen bis 15. Oktober 2018. Den ausführlichen Call mit weiteren formalen Hinweisen gibt es hier.

Im Jahr 2019 findet die Jahrestagung der Fachgruppe Kommunikations- und Medienethik der DGPuK nicht zusammen mit dem Netzwerk Medienethik statt. Die Jahrestagung des Netzwerks Medienethik wird dann wieder im Februar 2020 in gewohnter Weise ausgerichtet.