„Vertrauen und Wahrheit in digitalen Öffentlichkeiten“ – Charles Ess bei der Jahrestagung 2020

Am 20. Februar hält der international anerkannte Philosoph und Medienethiker Charles Ess bei der Jahrestagung des Netzwerks Medienethik in München einen Vortrag zum Thema „Vertrauen und Wahrheit in digitalen Öffentlichkeiten: Krisen und mögliche Auswege“.

Der Vortrag findet innerhalb der Jahrestagung des Netzwerks Medienethik zum Thema „Medien und Wahrheit“ statt. Bei Interesse können Sie sich bis zum 10. Februar hier anmelden.

Charles Ess forscht, veröffentlicht und unterrichtet an der Schnittstelle zwischen Philosophie, Computertechnologie, angewandter Ethik, Religion und Medienwissenschaft. Dabei liegen seine Forschungsschwerpunkte im Bereich der sozialen Robotik, der Forschungsethik, Online-Religion sowie der Tugendethik von Medien und Kommunikation.

Des Weiteren ist er Professor am Institut für Medien und Kommunikation an der Universität Oslo und war Gründungsmitglied der International Association for Computing and Philosophy (IACAP), Vize-Präsident und Präsident der Association of Internet Researchers (AoIR) als auch Präsident der International Society for Ethics in Information Technology (INSEIT).

„Zeugenschaft in digitalen Zeiten“ – Sybille Krämer bei der Jahrestagung 2020

Am 19. Februar 2020 wird die renommierte Philosophin Sybille Krämer den Vorabend-Vortrag der Jahrestagung des Netzwerks Medienethik in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften halten.

Thema des Vortrags ist „Der Verlust des Vertrauens. Medienphilosophische Perspektiven auf Wahrheit und Zeugenschaft in digitalen Zeiten“:

„Wissen zu erwerben ist ein kollaborativer Prozess: Das meiste von dem, was wir wissen – ob im Alltag oder in der Wissenschaft – beruht darauf, dass wir uns auf Worte und Schriften anderer verlassen (müssen). Die Fähigkeit zur Erkenntnis beruht auf der Anerkenntnis von Personen und Institutionen (Presse, Schule etc), denen wir in dem, was sie sagen und zeigen, vertrauen. Besonders deutlich wird das am Phänomen der Zeugenschaft: Ein Zeugnis ist kein Beweis, sondern beruht darauf, dass dem Zeugen, der ein den Zuhörenden entzogenes Ereignis bezeugt, vertraut wird. Wie verändert sich der Zusammenhang von Wissen, Wahrheit und Vertrauen unter den Bedingungen der Digitalität?“

Die Seniorprofessorin am Institut für Kultur und Ästhetik des Digitalen der Leuphana Universität Lüneburg war bis zu Ihrem Ruhestand im April 2018 Professorin für theoretische Philosophie an der Frei­en Uni­ver­sität Ber­lin. Als international gefragte Gastprofessorin an der Technischen Universität und dem Max Reinhard Seminar in Wien sowie an Universitäten in Zürich, Graz und Luzern als auch an der Tokyo University und der Yale University, erhielt sie 2016 den Ehrendoktor der Universität Linköping in Schweden.

Der Vortrag in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften ist öffentlich (keine Anmeldung erforderlich). Die Jahrestagung des Netzwerks Medienethik findet statt zum Thema „Medien und Wahrheit – Medienethische Perspektiven auf ‚Fake News‘, Künstliche Intelligenz und Agenda-Setting durch Algorithmen“. Interessierte können sich bis 10. Februar noch hier anmelden.