Manuel Wendelin / Maria Löblich: Netzpolitik offline und online. Kommunikationsstrategien der internetpolitisch engagierten Zivilgesellschaft.

Abstract

Netzpolitik offline und online. Kommunikationsstrategien der internetpolitisch engagierten Zivilgesellschaft.

Um Einfluss auf politische Entscheidungen nehmen zu können, müssen zivilgesellschaftliche Akteure auch im Zeitalter des Internets einen Zugang zur Arena der Massenmedien finden. Erst auf dieser Öffentlichkeitsebene können öffentliche Meinungen entstehen, die entsprechende Wirkungen entfalten. Im Vortrag wird der Frage nachgegangen, wie es die Protagonisten der Netzaktivisten-Szene schaffen, ihre Argumente in medienöffentlichen Diskursen zu platzieren. Die Internet Community war in den letzten beiden Jahren sehr erfolgreich darin, öffentliche Aufmerksamkeit für Ihre Themen zu generieren. Deshalb ist dieses Beispiel geeignet, um die Praxis zivilgesellschaftlicher Medienkommunikation zu diskutieren. Ziel ist eine öffentlichkeitstheoretische Analyse der Kommunikationsstrategien in der internetpolitisch engagierten Zivilgesellschaft sowie des Handelns ihrer Protagonisten in und mit Medien. Vor dem Hintergrund der neuen Kommunikations- und Partizipationsmöglichkeiten werden dabei sowohl das Arenamodell öffentlicher Kommunikation, als auch etablierte Sichtweisen auf die Kreisläufe der Politikherstellung hinterfragt. Empirische Grundlage sind neben Dokumentenanalysen 19 Experteninterviews, die mit prominenten Vertretern der netzpolitischen Szene in Deutschland geführt wurden.

Kurzbiographien

Manuel Wendelin, M.A. hat in München Kommunikationswissenschaft, Soziologie und Politik studiert. Seit 2006 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung in München. Seine Forschungsschwerpunkte sind Öffentlichkeitstheorie, Medialisierung, Fach- und Theoriegeschichte der Kommunikationswissenschaft. Thema seiner Dissertation ist: Medialisierung der Öffentlichkeit. Kontinuität und Wandel einer normativen Kategorie der Moderne. Zu seinen wichtigsten Veröffentlichungen zählen: Habermas vs. Noelle-Neumann. The Impact of Habitus on theoretical construction of the Public Sphere. In Javnost – the Public, 2009, 16. Jg., Nr. 2, S. 25-40 (gemeinsam mit Michael Meyen); Systemtheorie als Innovation in der Kommunikationswissenschaft. Inhaltliche Hemmnisse und institutionelle Erfolgsfaktoren im Diffusionsprozess. In Communicatio Socialis, 41. Jg. (2008), Heft 4, S. 341-359.

Maria Löblich, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung, LMU München. Forschungsschwerpunkte: Internet- und Medienpolitik, Fachgeschichte. Die empirisch-sozialwissenschaftliche Wende in der Publizistik- und Zeitungswissenschaft. Köln: Halem 2010. Die empirisch-sozialwissenschaftliche Wende. Ein Beitrag zur historischen und kognitiven Identität der Kommunikationswissenschaft. In: Medien & Kommuni-kationswissenschaft 58. Jg., (2010), Nr. 4, S. 544-562.

 

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