Anna-Maria Dittrich: Medienethische Bedingungen der Zivilgesellschaft

Abstract

Medienethische Bedingungen der Zivilgesellschaft

Die wesentlichen Aufgaben der Zivilgesellschaft sind die konstruktiv-kritische Auseinandersetzung mit staatlichen Institutionen, die Erfüllung von Aufgaben, die über den staatlichen Wirkungsbereich hinausgehen, der Schutz vor Totalitarismus und Despotie sowie die Stärkung von Rechten bestimmter Gruppen mit friedlichen Mitteln.
Eine wesentliche Grundlage der Zivilgesellschaft stellen öffentliche Meinungsbildungsprozesse dar, deren Kommunikationsstrukturen, mit Flusser, in Dialoge und Diskurse unterteilt werden können. Anhand einer semiotischen Analyse wird gezeigt, dass sich gesellschaftliche Phänomene, wie Politikverdrossenheit oder die Radikalisierung politischer Standpunkte mit einem unausgewogenes Verhältnis zwischen dialogischen und diskursiven Kommunikationsstrukturen erklären lassen; sie stehen der Möglichkeit eine eigene Meinung bzw. einen eigenen Standpunkt zu entwickeln, entgegen.

Die medienethische Forderung nach einem ausgewogenen Verhältnis von Dialog und Diskurs im öffentlichen Meinungsbildungsprozess wird dialogphilosophisch begründet: Dadurch, dass die Entwicklung von Standpunkten an die Kommunikation mit Anderen gebunden ist, geht das Recht auf einen eigenen Standpunkt jedem Kommunikationsprozess notwendig immer schon voraus.

Kurzbiographie

Anna-Maria Dittrich, Dipl.-Vw. , geb. 1968, Studium der Volkswirtschaftslehre an der LMU München, Studium der Philosophie an der Hochschule für Philosophie, München. 15 Jahre Berufserfahrung im Bereich PR und (Online-)Marketing; Tätigkeit in mehreren namhaften Agenturen, Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising für Non-Profit Organisationen, zuletzt Unternehmenssprecherin und Leiterin Marketing für die deutschsprachigen Länder eines internationalen Pharmakonzerns. Aktuell Promotion über ein medienphilosophisches Thema an der HfPh (geplanter Abschluss 2011), Dozentin an der MDH München (Medienethik, Medienphilosophie, Kulturwissenschaft der Medien).

 

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