Dagmar Fenner: Digitale Ethik

Zentrale Informationen zum Buch:

Autorin: Dagmar Fenner

Titel: Digitale Ethik. Eine Einführung

Erscheinungsdatum: 2025

Verlag: UTB

ISBN: 978-3-8252-6281-5

Preis: 32,00 Euro

Dagmar Fenner zum Buch:

Was an Ihrem Thema wird meist zu simpel dargestellt?

In Diskussionen über die rasch voranschreitende Digitalisierung tritt häufig ein simplifizierendes oppositionelles Lagerdenken zutage: Vielen Technikbegeisterten geht es nicht schnell genug voran, weil sich das dominierende technologiezentrierte Denken von KI die Lösung für sämtliche individuellen und gesellschaftlichen Probleme erhofft. Auf der anderen Seite macht sich ein nicht weniger gefährlicher fatalistischer Technikdeterminismus breit, demzufolge wir der rasenden Technikentwicklung ohnmächtig ausgeliefert sind: „Was machbar ist, wird früher oder später gemacht werden.“

Welche Erkenntnis aus dem Buch hat Ihren Alltag verändert?

Ich frage mich jetzt bei allen alltäglichen Tätigkeiten, was auch ein KI-System oder Roboter genauso gut machen könnte – und ob das ein Verlust oder Gewinn wäre, für mich persönlich oder die Gesellschaft. Je mehr die Ersetzung der Menschen durch KI in immer weiteren Arbeits- und Lebensbereichen fortschreitet, müssen wir uns bewusst machen, was das spezifisch Menschliche ist und wo wir lieber mit Menschen als mit Robotern interagieren; z.B. im Bereich Erziehung und Krankenpflege, wo Menschenkenntnis und Empathie gefragt sind; oder in der Politik, wo ethische Konzepte wie „Gemeinwohl“ oder „Gerechtigkeit“ argumentativ ausdiskutiert werden müssen.

Woran merkt man nach der Lektüre, dass man Ihr Buch verstanden hat?

Wenn man erst einmal realisiert hat, dass es sich beim digitalen Wandel um einen regelrechten Paradigmenwechsel und einen tiefgreifenden Kulturwandel handelt, der hochkomplexe philosophische und ethische Fragen aufwirft. Wenn man sich aber gleichzeitig den technischen Entwicklungen nicht mehr ohnmächtig ausgeliefert fühlt, weil man an kritischem Bewusstsein und ethischer Urteilskraft dazugewonnen hat. Und wo daraus schließlich die Einsicht und Ermutigung erwächst, dass wir dringend eine gemeinsame, wertegleitete Technikgestaltung brauchen und die Technik dem Wohl der Menschen dienen muss.



„Es geht in der Digitalisierungsdebatte also keineswegs darum, die technologische Entwicklung möglichst präzise vorauszusehen, sondern sie wertgeleitet zu regulieren: Wir als Menschen können und sollen den digitalen Wandel und unsere Zukunft gestalten, so lautet die Kernbotschaft der Digitalen Ethik.“
(Dagmar Fenner, S. 525)


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