
Zentrale Informationen zum Buch:
Herausgeber*innen: Alexander Filipović, Annika Franzetti, Susanna Endres
Titel: Grundbegriffe der Medienethik. Für Studium, Wissenschaft und Praxis
Erscheinungsdatum: 2026
Verlag: UVK Verlag
ISBN: 978-3-8252-6605-9
Preis: 39,90 Euro
Alexander Filipović, Annika Franzetti und Susanna Endres zum Buch:

Alexander Filipović
Wenn Ihr Buch eine schlechte Angewohnheit abschaffen könnte, welche wäre das?
Vorschnell über (medien)ethische Probleme und Fragestellungen zu urteilen, ohne sich mit den Begrifflichkeiten und ihren Bedeutungszusammenhängen auseinanderzusetzen. Wer das nach der Lektüre dieses Buches tut, der kann einen bereichernden Diskurs einsteigen und läuft weniger Gefahr, in Missverständnissen zu enden.
Wenn Ihr Buch ein Warnschild hätte, was stünde darauf?
Achtung, hier wird die Anstrengung des Begriffs nicht gescheut. Das Buch geht davon aus, dass eine genaue Sprache für kritische Diskurse über Medien hilfreich, wenn nicht sogar notwendig ist. Medienethik findet im Modus der Sprache statt und sowohl im Alltag als auch in der Wissenschaft sollten wir genau darauf achten, was unsere Begriffe bedeuten.
Woran merkt man nach der Lektüre, dass man Ihr Buch verstanden hat?
Wenn man nicht mehr die Worte Moral und Ethik verwechselt und im Gespräch über Medien Formulierungen verwendet wie: „Ja, wenn man den Begriff so versteht, mag das stimmen, aber man kann den Begriff auch so verstehen, aber dann …“
Es geht also darum, Begriffe nicht mehr aus einem Bauchgefühl heraus mit Bedeutung zu versehen, sondern sich mit ihren unterschiedlichen fachlichen Traditionen und (medien-)ethischen Hintergründen auseinanderzusetzen und sich im Gespräch auch über diese zu verständigen. Wenn dann unterschiedliche Verständnisse aufeinanderprallen, dann können entsprechende Bezüge dabei helfen, sich besser zu verstehen (das wird etwa beim Medienbegriff wichtig).

Annika Franzetti
Wenn Ihr Buch einen Soundtrack hätte: Wäre das eine Klaviermusik, ein Alarm, ein Kirchenchor oder etwas ganz Anderes?
Der Musik läge in jedem Falle eine komplexe Partitur zugrunde, vielstimmig, manchmal dissonant, manchmal harmonisch. Jeder Ton verweist auf einen anderen. Wer sich darauf einlässt, wird Gemeinsamkeiten und Berührungspunkte entdecken, und ein großes Potential, das sich entwickelt, wenn man genau hinhört bzw. liest.
Wenn Ihr Buch ein Gegengift wäre, was könnte es bewirken?
Es könnte bewirken, dass Menschen, wenn sie über Medien kritisch reden, eine gemeinsame Sprache sprechen. Denn es ist wichtig, Medienhandeln kritisch zu reflektieren und man kann dabei auch unterschiedlicher Meinung sein. Oft aber beziehen wir uns mit den gleichen Begriffen auf unterschiedliche Dinge und rufen unterschiedliche Vorverständnisse auf. Das Buch ist also ein Gegengift für einen schlechten Diskurs über das Sein und Sollen der Medien.

Susanna Endres
Welche Illusion wird durch die Lektüre Ihres Buchs zerstört?
Dass es für komplexe Begriffe einfache Definitionen gibt. Und: Dass einzelne Begriffe isoliert für sich stehen können. Wir haben im Buch deshalb in der Randspalte sehr viele Verweise auf weitere Grundbegriffe im Buch notiert. Idealerweise sollte unser Buch deshalb eigentlich gar kein „einfaches, lineares Buch“ sein, sondern ein großes Netzwerk mit sehr vielen großen und kleinen Knotenpunkten.
Wenn man Ihr Buch missverstehen wollte, wie würde man das am wahrscheinlichsten tun?
Wer das Buch missverstehen will, der wirft ihm vor, sich zu viel mit Begrifflichkeiten aufzuhalten, anstatt mit den eigentlichen Problemen der Medienethik, dabei schafft die Auseinandersetzung mit den Begriffen der Medienethik den Nährboden für eine fruchtbare Debatte.
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