Das Netzwerk Medienethik
Zielsetzung und Teilnehmerkreis
Das 1997 gegründete „Netzwerk Medienethik“ hat sich zum Ziel gesetzt, die ethische Orientierung im Medienbereich zu fördern. Es verbindet in einer freien Arbeitsgemeinschaft Theoretiker (aus den Kommunikationswissenschaften, der Journalistik und er Praktischen Philosophie/Ethik) mit Praktikern (aus Berufsverbänden, Selbstkontrollgremien, Verlagen, öffentlich-rechtlichen und pivat-kommerziellen Rundfunkunternehmen). Die jeweils im Februar in München stattfindenden Jahrestagungen mit regelmäßig ca 60 Teilnehmern stellen ein inzwischen bekanntes Gesprächsforum zu Fragen der Medienethik dar.
Leitfunktion für den medienethischen Diskurs im deutschen Sprachraum
Die Themenwahl der Jahrestagungen bietet eine gelungene Mischung aus grundsätzlichen und aktellen Fragestellungen:
- “Medienethik als Wirtschafts- und Unternehmensethik?” (1997),
- “Öffentlichkeit – eine notwendige und ergiebige Leitidee für Medienethik?” (1998),
- “Medien im Spiegel der Medien – Medienjournalismus zwischen Anspruch und Wirklichkeit” (1999),
- “Die Moral der Daily Talks” (2000),
- “Big Brother macht Bilder” (2001),
- “Begründungen und Argumentationsweisen der Medienethik” (2002),
- “Medienethik in der Aus- und Fortbildung von Medienberufen” (2003).
- “Medien und globale Konflikte. Wie werden globale Konflikte in den Medien behandelt?” (2004)
- “Medial Praxis und Medienethik. Medienethik aus der Sicht von Medienpraktikern und Theoretikern – Das „Anwendungs- oder Umsetzungsproblem“ der Medienethik” (2005)
- “Bildethik” (2006)
Das Netzwerk nimmt eine Anchor-Position im medienethischen Diskurs ein. Schon im Grundungsjahr 1997 nahmen einzelne Vertreter des Netzwerks Medienethik Kontakt zur Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages „Neue Medien in Wirtschaft und Gesellschaft – Deutschlands Weg in die Informationsgesellschaft“ auf und veranstalteten mit Mitgliedern der Enquete-Kommission eine medienethische Fachtagung.
Es ist ein Verdienst der im Netzwerk mitarbeitenden Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft (DGPuK), dass auch in dieser Fachgesellschaft 2001 eine Fachgruppe für „Kommunikations- und Medienethik“ eingerichtet wurde. Sie hält ihre Jahrestreffen bisher immer in Verbindung mit denen des Netzwerks ab.
Das Netzwerk Medienethik ist damit in der Lage, Anstöße zur Fortentwicklung der medienethischen Theoriebildung geben. Gleichzeitig ist die Umsetzung ethischer Orientierungen in die Praxis (der Medienkontrolle, der Leitbildentwicklung in Medienunternehmungen, Aus- und Fortbildung) immer im Blick.
Da unter den Teilnehmern der Jahrestreffen zunehmend auch unter Diplomanten und Doktoranden sind, ergibt sich die Nachfrage nach Beratung des wissenschaftlichen Nachwuchses zwangsläufig und wird – bisher auf informelle Weise – vom „Stamm“ des Netzwerks (ca. 30 Persönlichkeiten: Wissenschaftlern und Leitern von Selbstkontrollgremien u.ä.) wahrgenommen.
Verbindungen zu anderen Netzwerken
Kontakte gibt es vor allem zur erwähnten Fachgruppe der DGPuK aber auch zum „Netzwerk Wirtschaftsethik“ oder dem „European Ethics Network“ (an der Katholischen Universität Leuven in Belgien). Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) gehört sei Jahren zu den Förderern des Netzwerks Medienethik.
Publikation der Arbeitsergebnisse
Die Beiträge auf und um die Jahrestagungen wurden teils in Buchform – Funiok/Schmälzle/ Werth (Hg): Medienethik – die Frage der Verantwortung. Bonn 1999. Funiok/Debatin (Hg.): Kommunikations- und Medienethik. Konstanz 2003), teils in Fachzeitschriften (Publizistik, Communicatio Socialis, Zeitschrift für Medienökologie) veröffentlicht.
Netz-Adresse, Sprecher des Netzwerks
Unter der Adresse www.netzwerk-medienethik.de findet sich der Internet-Auftritt des Netzwerk Medienethik. Koordinator (und Gastgeber der Jahrestagungen) ist Prof. Dr. Rüdiger Funiok, Leiter des Institut für Kommunikationswissenschaft und Erwachsenenpädagogik (IKE) der Hochschule für Philosophie München, Kaulbachstr. 31 a, 80539 München, Tel. 089/2386-2400; Fax:089/2386-2402; Email.
